Presseberichte
Hamburger Abendblatt/ Norderstedter Zeitung 28. Februar 2011

Uwe Matthes (von links), Ayala Nagel und Manfred Lingen am Stand von CHAVREIM
Foto: Heike Linde-Lembke
NORDERSTEDT
KULTURTRÄGER-ABENDEin Fest mit Tanz und viel Theater
Der Kulturträger-Abend "Bühne frei!" gelang zur fröhlichen Feier. Den meisten Beifallräumte wie in jedem Jahr die
Tanzgruppe "Sjurpris" ab.
Von Heike Linde-Lembke
28. Februar 2011, 06:00 Uhr
Norderstedt. Sie gehen bis ins Herz! Berühren die Seele. Sie sind archaisch, sie sind der Bass, die Töne des Didgeridoo, diesem uralten Instrument aus den Tiefen des fernen Australien. Mario Schramm entführte mit diesem Blasinstrument zu den Aborigines, den Ureinwohnern des fünften Kontinents. Er ließ die Oberton-Pfeife brummen und bellen, jammern und jaulen wie Wind und Sturm und entwickelte eine eigentümliche Natursprache. Schramm vertrat auf dem Kulturträgerfest "Bühne frei!" im Festsaal am Falkenberg den Verein "Eine Welt für Alle", einem von 33 Kulturträgern Norderstedts. "Bühne frei!" gelang wieder zum riesigen Familienfest. Die Stimmung war bestens auf diesem Treffen der aktivsten Kulturträger dieser Stadt, das wieder von Gabriele Richter und Katja Clausen vom Kulturbüro Norderstedt organisiert wurde.
Die Vereine besuchten sich gegenseitig an ihren Info-Ständen, guckten, was die anderen treiben. Und guckten manchmal auch gern ab. Welche Stücke spielt welches Theater in diesem Jahr? Welche Kostüme und Kulissen wählen sie? Was singen die Chöre? Womit locken die internationalen Vereine?
Den meisten Beifall räumte wie in jedem Jahr die Tanzgruppe "Sjurpris" des Vereins "Norderstedter Ost-West-Integration" (NoWi) ab. Die Tänzerinnen faszinierten mit ihren flotten Tänzen "Moskauer Nächte", "Rock'n'Roll" und "Mamba" und mit den fantasievollen Kostümen. Die werden von "Sjurpris"-Tanzlehrerin Irina Zoll und den Mädchen genäht. Für die teilweise sehr aufwendigen Kostüme bittet "Sjurpris" um Spenden (Kontakt über das Kulturbüro Norderstedt, Leiterin Gabriele Richter unter Telefon 040/53 59 51 90 oder gabriele.richter@norderstedt.de per E-Mail).
Internationalität brachten auch die Mädchen und Jungen der Hamburger Tanzgruppe "Napredok" für die Kroatische Kulturgesellschaft Norderstedt mit ihren Volkstänzen auf die Bühne. Am meisten Applaus erhielten die jüngsten Mädchen in ihren malerischen Trachten, trugen sie doch auch die zu den Trachten passenden Schuhe, während die größeren Kinder zu den reich verzierten Kostümen derbe Straßenschuhe angezogen hatten.
"Lebt denn der alte Holzmichel noch?" hieß es mit Norderstedts Stadtkabarett "Die Thespisnarren", die herzerfrischend über die Bundes- und die Norderstedter Politik herzogen, wobei Marcel Kösling spontan und gezielt aufs Publikum im fast voll besetzten Saal reagierte.
"Da ist Pfeffer drin!", lobten die Männer der Chorgemeinschaft Alster-Nord ihre Dirigentin Valentina Barth, die ihre Herrenriege gut im Dirigentin-Griff hat. Keine Knödeltöne mehr, sondern differenzierter Gesang zeichnete die Lieder der Chorgemeinschaft aus. Beifall erhielt auch die Johanneskantorei, die unter der Leitung von Lothar Fuhrmann ein überraschend flott intoniertes "Herrn Pastor sein Koh" sangen.
Die Theater zeigten satirische und witzige Sketche und Ausschnitte aus ihren neusten Produktionen, der Heimatbund informierte über den Friedrichsgaber Geschichtspfad, der Fotoclub über seine Ausstellungen, der Musikverein über seine vier Ensembles, das Feuerwehrmuseum und Friendship Force über neuste Projekte.
Wie frühlingshafte Farbflecke leuchteten überall die Primeln, die der Verein "Chaverim -Freundschaft mit Israel" für den Norderstedt-Wald im Wald der deutschen Länder in der Negev-Wüste verkaufte. Viele der Vereine unterstützten "Chaverim", und so standen auf fast allen Vereinstischen im Foyer die von der Wilstedter Gärtnerei Jenkel gespendeten Primeln. 385 Euro wurden für den Norderstedt-Wald gespendet. Auf der Bühne las Norderstedts Kulturpreisträgerin Christa Heise-Batt für "Chaverim" eine Satire über die jiddische Mamme und erhielt begeisterten Applaus.
Eröffnet wurde das Kulturträgerfest von Stadtpräsidentin Kathrin Oehme. "Alle Kulturträger engagieren sich ehrenamtlich für die Stadt, daher bitte ich Sie um Unterstützung der Vereine", sagte Oehme. Norderstedt unterstützt seine Imageträger mit finanziellen Zuschüssen, kostenloser Raumnutzung, beispielsweise des Festsaals am Falkenberg oder des Theatersaals am Schulzentrum Süd für Theateraufführungen, mit Beteiligung an Projekten, Rat und Gemeinschaftsproduktionen.
