CHAVERIM - Freundschaft mit Israel e.V.
 
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CHAVERIM - Freundschaft mit Israel e.V.
Anerkannter Kulturträger der Stadt Norderstedt
 
Liebe Freunde, Förderer und Mitglieder des Vereins, 

die Uhren sind wieder auf Winterzeit gestellt, es ist wieder früh dunkel, Zeit für so manches gutes Buch. In der nächsten Newsletter-Ausgabe werde ich Ihnen endlich Lizzie Dorons neuen Roman "Das Schweigen meiner Mutter" vorstellen. Er ist gerade bei dtv premium erschienen, 220 Seiten, 14,90 Euro. Am 9. November, 20 Uhr, wird Lizzie Doron ihr neues Buch im Hamburger Literaturhaus am Schwanenwik 38 lesen. Den deutschen Text liest Bibiana Beglau, das Buch übersetzte Miriam Pressler. Eintritt zehn, acht und sechs Euro. Karten gibt es in der Bücherei Samtleben und unter www.literaturhaus-hamburg.de im Internet.
Nicht ganz so neu, aber spannend ist auch "Tochter und Vater", ein autobiografische Werk der Hamburger Schriftstellerin Viola Roggenkamp (S. Fischer Verlag, 268 Seiten, 18,95 Euro). Schon ihr "Familienleben" gelang ihr zu einem Spiegel jüdischen Lebens in den 50er-Jahren in Hamburg.
 
SAVE THE DATE 1:
Am Mittwoch, 9. November, 14 Uhr, bitten wir wieder zum Gedenken an sechs Millionen ermordeter, europäischer Juden an die KZ-Gedenkstätte Wittmoor am Fuchsmoorweg in Norderstedt. Diesmal wird der Bürgermeister Lamiray aus Norderstedts französischer Partnerstadt Maromme mit einer Delegation teilnehmen und ebenfalls einen Kranz niederlegen.
 
SAVE THE DATE 2:
Vom 25. Februar bis 4. März veranstalten wir eine Reise nach Israel mit einer Rundtouzr und mit der Einweihung des Norderstedt-Waldes im Wald der deutschen Länder an der Negev-Wüste in Israel. Wir bitten bis 10. November um verbindliche Anmeldung. Die Reiseroute und alle wichtigen Daten finden Sie im Anhang zu dieser Mail.
 
SAVE THE DATE 3:
Bitte, notieren Sie sich schon heute den 19. März 2012, 20 Uhr. Zur Einweihung des Kulturwerks am See, Norderstedts neuem und spektakulärem Veranstaltungs-Treff, liest der israelische Schriftsteller Jehoschua Kenaz aus seinem zur Buchmesse im März 2012 erscheinenden Buch "Die Nachmittagsvorstellung - Erzählungen aus Israel". Die Lesung findet im Alfred-Stern-Studio statt.
Alfred Stern lebte in Norderstedts Ursprungsdorf Garstedt. Er wurde vom NS-Regime ins KZ Theresienstadt deportiert, nur, weil er Jude war. Alfred Stern kam wieder frei, kehrte aber als gebrochener Mann zu seiner Familie zurück. Trotzdem gründete er 1947 die erste Amateurschauspielbühne in Garstedt, weil "die Menschen endlich wieder lachen sollten". Viele Garstedter hatten ihm und seiner Familie unter der NS-Diktatur geholfen, zu überleben. CHAVERIM hat Alfred Stern mit Unterstützung der Stadt Norderstedt an seinem ehemaligen Wohnhaus im Nelkenstieg/Ecke Rosenstieg mit einer Gedenkstele, ähnlich den Stolpersteinen, einen Erinnerungsstein gesetzt. Drei weitere dieser Gedenkstelen erinnern an Emmanuel Strauß, der ein ähnliches Schicksal wie Alfred Stern durchleben musste, an die Aliyah-Stätte des Rauhen Hauses ("Brüderhof") in Norderstedts Ursprungsgemeinde Harksheide und an das KZ in Norderstedts Ursprungsgemeinde Glashütte.
 
Ein herzliches Shalom
und eine sonnige Herbstwoche
Ihre
Heike Linde-Lembke und Ayala Nagel
(Vorsitzende CHAVERIM)
 
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Tote und Zerstörungen nach Raketenbeschuss auf Israel

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 30. Oktober 2011

Tote und Zerstörungen waren das Ergebnis eines Schlagabtausches zwischen der extremistischen Organisation "Islamischer Dschihad" im Gazastreifen und Israel. Zum Jahrestag der Ermordung des Gründers des "Islamischen Dschihad", Fathi Schkaki, auf Malta am 26. Oktober vor 16 Jahren durch Mossad-Agenten wurde am Mittwoch, 26. Oktober 2011, eine Grad-Rakete russischer Bauart auf die israelische Kleinstadt Be'er Tuvia abgeschossen. Dabei wurde ein Israeli leicht beim Treffer auf seine Wohnung verletzt.
Anstatt sofort auf den Raketenbeschuss zu reagieren, wie es der angekündigten Politik Israels seit dem Gazakrieg vor zwei Jahren entspricht, wartete das israelische Militär. Und anstatt Schmugglertunnel an der Grenze zwischen Ägypten und dem
Gazastreifen zu bombardieren, wurde dieses Mal ein Militärlager des Dschihad Islami im Gelände der ehemaligen, im Sommer 2005 geräumten israelischen Siedlung Atzmona im Gazastreifen angepeilt. Israels Geheimdienst wusste offenbar von einem geplanten Treffen von Befehlshabern der radikalen Organisation.
Drohnen filmten zudem, wie aus einem zivilen Lastwagen sechs Meter lange Rohre zu einer fest installierten Abschussrampe getragen wurden. "Es handelte sich dabei um Gradraketen, die mit einer neuen Technologie aufgerüstet waren", sagte Militärsprecher Brigadegeneral Yoav Mordechai am Sonntag im Rundfunk: "Wir haben nicht nur die Raketen unmittelbar vor ihrem Abschuss auf Israel zerstört, sondern auch einen Lagerraum mit moderner Infrastruktur für diese Raketen."
Eine neue Technologie sei für Israel ein "reiner Albtraum", weil sie die Reichweite der Raketen wesentlich erweitere.
Am Mittwoch hatte es erstmals Raketenalarm in Rishon Lezion und Rehovot gegeben, Vororten von Tel Aviv. Es fehlen nur noch wenige Kilometer, bis auch Israels Metropole Tel Aviv in Reichweite der Raketen radikaler Terrorgruppen des Gazastreifens liegt.
Bei dem Angriff auf das Militärlager nahe Rafah im Süden des Gazastreifens sind neun Kämpfer des Dschihad getötet worden, unter ihnen der "Waffenbeschaffer" der Organisation, Ahmad Scheich Chalil. Dieser "besonders schmerzhafte Schlag", wie der Militärsprecher sagte, habe die nachfolgende Kettenreaktion am Samstag und bis in die Morgenstunden des Sonntag ausgelöst. Bei Mörser- und Raketenangriffen auf israelische Städte wurde ein 53 Jahre alter Autofahrer bei der Suche nach einem sicheren Unterstand getötet. Nahe einer Schule in der Hafenstadt Aschdod und auf dem Parkplatz neben einem neunstöckigen Wohnhaus explodierten weitere Raketen.
"Für uns hat es ein göttliches Wunder gegeben", sagte der fromme Matania Simchi. "Uns hat der Synagogendiener das Leben gerettet, weil der wegen Krankheit den Gebetssaal nicht geöffnet hatte." Das Gebet wurde etwa 50 Meter von der Raschbi-Synagoge entfernt abgehalten, als eine der Raketen im Innenhof des Gotteshauses explodierte und schweren Schaden anrichtete, den wohl kaum einer im Innenraum überlebt hätte.
Weil Israels Hafenstadt Aschdod im Visier der Raketen war, mussten Kreuzfahrtschiffe nach Haifa umgeleitet werden. Am Sonntag fiel der Schulunterricht im Umkreis von etwa 50 Kilometern von der Grenze des Gazastreifens entfernt aus. Etwa anderthalb Millionen Israelis leben in diesem Gebiet von der Großstadt Be'er Schewa über Kirjat Gat und bis Aschdod.
Auch in der Beduinenstadt Rahat blieben die Schulen geschlossen.
Grundsätzlich wurden Versammlung mit mehr als 500 Menschen verboten, darunter eine geplante Demonstration und Hochzeiten. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu machte die im Gazastreifen herrschende Hamas  für den Raketenbeschuss verantwortlich, obgleich die radikale Dschihad Islami Organisation erklärt hatte, die Raketen abgeschossen zu haben. Die Hamas müsse dafür sorgen, dass auch extremistische Oppositionsgruppen in dem von der Hamas kontrollierten Gebiet nicht mit schweren Waffen Israel angreifen können. Der israelische Militärsprecher deutete an, dass künftig auch Politiker der Hamas gezielt getötet werden könnten: "Wenn ein Politiker den Befehl zu einem Terroranschlag erteilt, ist er aus unserer Sicht ein Terrorist und kein Politiker."
Obgleich die Dschihad Islami Organisation einem von Ägypten vermittelten Waffenstillstand für Sonntagmorgen zugestimmt hat und Israel erklärt hatte, kein Interesse an einer weiteren Eskalation zu haben, griffen am Sonntagnachmittag erneut israelische Kampfflugzeuge den Gazastreifen an. Drohnen hätten beobachtet, wie erneut Raketen auf Abschussrampen in Stellung gebracht worden seien. Der Militärsprecher erklärte, dass durch diesen weiteren Angriff ein erneuter Beschuss israelischer Städte rechtzeitig abgewendet worden sei. Bei diesem erneuten Angriff wurde nach palästinensischen Angaben ein Kämpfer getötet und ein weiterer verletzt.  (C) Ulrich W. Sahm
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NEWSLETTER DER ISRAELISCHEN BOTSCHAFT BERLIN, Montag, 24. Oktober 2011
 
Deutscher Israelkongress ein voller Erfolg
 
Unter dem Motto „Frieden durch Sicherheit – Sicherheit durch Frieden“ hat am Sonntag der 2. deutsche organisationsübergreifende Israelkongress in Frankfurt am Main stattgefunden. Laut Veranstaltern kamen knapp 3000 Menschen im Kongresszentrum an der Messe zusammen, um ein Zeichen der Solidarität mit Israel zu setzen. Fast 200 Israel-solidarische Organisationen, Städte, Gemeinden und Städtepartnerschaften aus ganz Deutschland waren vor Ort vertreten, stellten ihre Arbeit vor und sorgten für gute Stimmung bei diesem einzigartigen Event.

Der Kongress, der unter der Schirmherrschaft des Botschafters des Staates Israel in Deutschland Yoram Ben-Zeev, des Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann, sowie Frau Regine Sixt von der SIXT AG stand, ist europaweit das größte pro-israelische Treffen, moderiert von Melody Sucharewicz. 

Die Begrüßung aller Gäste nahmen Frankfurts Stadtkämmerer Uwe Becker sowie der hessische Innenminister Boris Rhein vor, die starke Statements zu Israels Bedürfnis nach Israels Sicherheit und Deutschlands Verantwortung dafür gaben. DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger beschrieb in seiner Begrüßungsrede die Möglichkeiten fern von Politik, die deutsch-israelischen Beziehungen zu stärken. Dies tat ebenso Schirmherrin Regine Sixt in ihrer Ansprache, die mit ihrem Unternehmen und Engagement zahlreiche Projekte unterstützt.

Schirmherr Botschafter Yoram Ben-Zeev dankte in seiner Rede den Organisatoren und sagte: „Israel hat gute Freunde in Deutschland. Und viele der besten Freunde sind heute hier! Ich hoffe, dass der Israel-Kongress ein fester Bestandteil dieser Freundschaft bleiben wird.“ Besonders der „I like Israel e.V.“-Vorsitzende Sacha Stawski, Initiator und Chef-Organisator des Events, sei es zu verdanken, dass der Kongress so erfolgreich ein zweites Mal stattfinden kann, erklärte Ben-Zeev.

Sacha Stawski bilanziert nach der facetten-, informations- und erlebnisreichen Veranstaltung, die allen Beteiligten als einmaliges Erlebnis in Erinnerung bleiben wird, dass mit ihr und auch ihrer Planung und Umsetzung dem Ziel der Stärkung der Israelsolidarität auf allen Ebenen, zwischen jüdischen, christlichen, säkularen und politischen Organisationen und ihrer eigenen Motivation, ein Schritt näher gekommen wurde. Seine Begeisterung über die wunderbare Kooperation aller auch für die zukünftige gemeinsame Solidaritätsarbeit wird jedoch auch von großer Sorge begleitet:

„Neben der Hauptbedrohung Israels durch Iran, den Terror und den direkten Vernichtungsdrohungen wächst die Gefahr eines Diffamierungstrends durch immer hemmungslosere Anschuldigungen gegen den jüdischen Staat.“ Er ruft alle Freunde Israels, aber auch die Verfechter von Demokratie und Freiheit und nicht zuletzt Medien und Politik dazu auf, die diesjährige
Kongressresolution zu unterstützen.

Den vollständigen Bericht zum Kongress finden Sie hier:
http://www.botschaftisrael.de/2011/10/24/der-zweite-deutsche-israelkongress-ein-voller-erfolg/
 
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Ha'aretz, Sonntag, 23.10.11
Gilad Shalit und die israelische Öffentlichkeit
Von Fania Oz-Salzberger
Die Autorin ist Professorin für Geschichte an der Universität Haifa und die älteste Tochter des Schriftstellers Amos Oz.
Das Abkommen zur Befreiung von Gilad Shalit ist die schwerste Reifeprüfung, die die israelische Gesellschaft zurzeit zu bestehen hat, schwerer noch als die Zeltproteste. Für beide gibt es noch keine Abschlussnote, doch sie deuten auf einen tiefergehenden Prozess des israelischen Erwachsenwerdens hin. In der Mäßigung und Gewandtheit des zivilen Protestes, in dem emotionalen Mut, den die Zustimmung zum Shalit-Abkommen beinhaltet, hat sich Israel nicht nur als die am besten geführte unter den Nationen präsentiert sondern auch als eine der am besten abwägenden und vernünftigsten. Auf jeden Sprayer der "Preisschild-Aktionen" und Moscheen-Anzünder kommen Tausende Menschen, die demokratisch denken und Demokratie praktizieren. Die israelische Regierung steht heute vor einer meinungsstarken, vielstimmigen Öffentlichkeit, die sich auszudrücken weiß. Unabhängig von ihrer Meinung zu den umstrittenen Fragen sind die Israelis heute die aktivste und kommunikativste Zivilgesellschaft der Welt.
Selbstverständlich weckt die Shalit-Affäre nach beiden Seiten starke Emotionen. Doch gerade die rationalen Aspekte des Diskurses sind es, die so spannend sind. Sowohl die Unterstützer als auch die Gegner der Freilassung Tausend verurteilter Terroristen für einen einzigen Soldaten haben gewichtige Argumente. Im Schatten des Sturms der Gefühle, der teilweise auch von Instinkten geleitet wird, wird ein echter, tiefgreifender moralischer Diskurs geführt. Wie es bei solchen Diskursen in der Ideengeschichte der Fall ist, sagen beide Seiten auch sensible Dinge. Hillel und Schamai, Emanuel Kant und John Stuart Mill würden in diese Grundsatzdiskussion hervorragend hineinpassen.
Als Unterstützerin der Entscheidung für den Austausch aus Gründen, die ich aus dem Gesellschaftsvertrag und der zivilgesellschaftlich-republikanischen Tradition ableite, achte ich jene, die das Abkommen aus in anderen philosophischen Auffassungen verankerten Gründen ablehnen. So können sich beispielsweise beide Seiten auf den Utilitarismus berufen. Doch welche Konsequenzen sollten wir bedenken? Die zukünftigen Opfer oder die gesellschaftliche Solidarität? Was ist der Status des einzelnen, ist er ein Ziegelstein einer Mauer oder das Herzstück der Gesellschaft?
Es gibt nicht eine richtige Antwort. Eine tiefgehende Polemik zwischen vielen Teilnehmern wird eine bessere Entscheidung herbeiführen. Das ist es, was die Weisen der Mischna und die Lehrer der Gemara, Marcus Tullius Cicero und John Stuart Mill ungefähr gemeint haben.
Philosophen in Oxford und Princeton diskutieren die Frage nach dem Gewicht der unmittelbaren Lebensgefahr für einen spezifischen Menschen gegenüber einer zukünftigen Lebensgefahr für viele Anonyme. Bei uns ist diese Frage Realität, und ein ganzes Volk beschäftigt sich mit ihr.
Wir können bereits neugierig auf die zukünftigen israelischen Philosophen sein, die neue Kapitel in der Lehre der Moral schreiben, auf Basis der gravierenden Probleme der Gerechtigkeit, die unser Leben für uns bereithält. So war es im antiken Griechenland und im England der Früh-Moderne. Auch die israelische Situation im 21. Jahrhundert verlangt nach einem neuen philosophischen Denken. Eine Philosophie in ihrer drängenden, lebendigen und aktuellen Bedeutung, wie sie es in Griechenland und England war, eine Philosphie, die noch voll von Blut und Schlamm ist, doch kritisch und wohl begründet.
Es treffen so viele Problemstellungen aufeinander: Wie ist die Gewichtung zwischen Individuum und Allgemeinheit? Wofür sollte man sterben und bei was nicht nachgeben, bei was sollte man nachgeben und nicht dafür sterben? Was ist Niederlage, was ist Sieg?
Und es gibt so viele Assoziationen: "Soll ich meines Bruders Hüter sein?", "Dass nicht der Unbeschnittenen Töchter jauchzen."* Und die sich widersprechende Dichotomie von Zeev Jabotinsky: "Im Anfang war die Nation, und im Anfang war der Einzelne".
"Sagt´s nicht zu Gat" gilt für uns nicht mehr. Wir haben´s ja schließlich sogar in Gaza herausgerufen. Und wenn die Töchter der Philister jauchzen und dort auf den Straßen ihre Mörder-Helden umtanzen, dann ist bei uns die Freude mit Trauer vermischt, mit Furcht, doch auch mit einem stillen Stolz.
Denn die Diskussion selbst ist wie eine Ehrenurkunde für diese Gesellschaft. Auch hier hat das Prinzip des Diskussionskreises funktioniert. Es ist sehr wichtig, dass unser Diskurs auf den Straßen Aschkelons der internationalen Medien widerhallt. Es ist ein tiefgreifender und kreativer Diskurs. Auch Fragen von Leben und Tod werden hier beinahe immer mit der Zunge entschieden und nicht mit der Speerspitze. Und dies ist, eigentlich, keine schlechte Antwort auf die Frage, wer gewonnen hat.
* Oz-Salzberger bezieht sich im Folgenden auf 2. Samuel 1,20ff.
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ISRAELNETZ; 25. Oktober 2011
 
Von Elisabeth Hausen
Irische Spende: 1,5 Millionen Euro für Palästinenser
RAMALLAH / DUBLIN (inn) - Irland stellt der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Ein entsprechendes Abkommen unterzeichneten irische und palästinensische Vertreter am Montag in Ramallah.
Eine Million Euro seien für die Zahlung der Gehälter von öffentlichen Angestellten bestimmt, teilte das Büro des Premierministers im Westjordanland laut der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA mit. Der Rest werde für die sozialen Dienste der PA eingesetzt. Nach Angaben von Premier Salam Fajjad soll das Geld über das PEGASE-Programm der Europäischen Union an die Palästinenser transferiert werden.

Die finanzielle Unterstützung werde der PA helfen, die Gründung eines Palästinenserstaates vorzubereiten, hieß es weiter. Staatliche Einrichtungen sollten aufgebaut, die Finanzkrise überwunden und die wirtschaftliche Abhängigkeit von ausländischer Hilfe verringert werden. Fajjad lobte in der Pressemitteilung die irische Unterstützung für die Rechte der Palästinenser in der EU. Dazu gehörten ein Ende der israelischen Besatzung und die Errichtung eines palästinensischen Staates auf den "Grenzen von 1967" mit Ostjerusalem als Hauptstadt.

Der irische Vertreter bei der PA, James Carroll, hat das Dokument für seine Regierung unterzeichnet. Er sagte, sein Land sehe sich verpflichtet, den Aufbau der staatlichen Einrichtungen und der Infrastruktur zu fördern.

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ISRAELNTZ, Montag, 24. Oktober 2011
 
Von Elisabeth Hausen
Freigelassene Häftlinge: Kein schriftlicher Terrorverzicht
RAMALLAH / GAZA (inn) - Vor ihrer Freilassung hat der israelische Inlandsgeheimdienst Schabak von den palästinensischen Häftlingen eine Selbsterklärung zum Terrorverzicht gefordert. Die meisten verweigerten jedoch die Unterschrift. Dennoch kamen sie im Austausch gegen den entführten Soldaten Gilad Schalit frei.
Zwei Tage vor dem Austausch am vergangenen Dienstag seien alle Häftlinge in zwei israelischen Gefängnissen zusammengeführt worden, teilte ein Vertreter des Sicherheitsapparates am Sonntag gegenüber der Zeitung "Ma´ariv" mit. Dort hätten Dutzende Schabak-Vertreter auf sie gewartet. Diese Koordinatoren seien normalerweise für Palästinenser zuständig, die mit Israel zusammenarbeiten. Sie
sprechen Arabisch und kennen die palästinensische Mentalität.

Als einer der Schabak-Mitarbeiter den ersten Häftling aufforderte, die Verpflichtungserklärung zu unterschreiben, weigerte er sich. Er habe nicht darum gebeten, in dem Austausch befreit zu werden, sagte der Palästinenser. Wenn Israel nicht daran interessiert sei, sei er bereit, auf das gesamte Schalit-Geschäft zu verzichten.

Das Gerücht von der Weigerung verbreitete sich nach Angaben des Sicherheitsvertreters unter den Gefangenen. Die Koordinatoren des Schabak hätten nicht gewusst, wie sie reagieren sollten. Sie "sind es gewohnt, sich wie Könige zu fühlen. In ihrer Arbeitsroutine hören sie fast keine negative Antwort von den Palästinensern, die sie beschäftigen. Diesmal blieben sie verwirrt angesichts der Frechheit der Terroristen, von denen ein Teil sagte: 'Wir werden in jedem Fall freigelassen, und wir unterschreiben nicht'".

Meir Eindor von der Vereinigung der Terror-Opfer, "Almagor", kritisierte Versäumnisse im Zusammenhang mit dem Austausch: "Vor anderthalb Wochen wurden die Kabinettsminister zu einer dringlichen Diskussion eingeladen und kamen in den Sitzungsraum, ohne zu wissen, worum es sich handelt. Innerhalb von vier Stunden wurden sie gezwungen, über den Deal zu entscheiden, der eine strategische Angelegenheit ersten Ranges ist. Nur ein staatlicher Untersuchungsausschuss wird Ordnung schaffen und die Kette der schweren Versäumnisse überprüfen, die in den letzten zwei Wochen in Israel geschehen sind."

Aus dem Büro des Premierministers hieß es: "Eine Unterschrift auf irgendeinem Dokument im Zusammenhang mit der Freilassung ist nicht Teil des Abkommens. Jedem einzelnen Häftling wurden bei der Identifizierung die Bedingungen seiner Freilassung vorgelesen. Jedem einzelnen der Freigelassenen wurde persönlich deutlich gemacht, was eine Rückkehr zum Terror für eine Bedeutung haben würde. Kurze Zeit nach Schalits Rückkehr nach Israel hat der Premierminister öffentlich erklärt, dass für jeden Terrorist, der sich dem Terror wieder zuwendet, gilt: Sein Blut komme über sein Haupt."

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NEWSLETTER ISRAELISCHE BOTSCHAFT BERLIN, Montag, 24. Oktober 2011
 
Film "Hatzalmania" in Leipzig ausgezeichnet
 
Der Dokumentarfilm "Hatzalmania" ("Life in Stills") von Tamar Tal wurde auf dem 54. Internationalen Dokumentar- und Animationsfilmfestival Leipzig mit der "Talent-Taube für einen herausragenden dokumentarischen Nachwuchsfilm" ausgezeichnet.
Der Film erzählt die Geschichte von Miriam Weissenstein und ihrem Enkel Ben. Er führt das Fotohaus der Großeltern weiter, die von Beginn an den Aufbau des jungen Staates Israel festhielten, in Bildern, die heute weltweit gefeiert werden. Nun soll das Geschäft einem Neubau weichen und die Patronin mit 96 Jahren von vorn anfangen. Es kommt der Moment, da Miriam Weissenstein, eine Frau mit Haaren auf den Zähnen, die alle und jeden ununterbrochen herunterputzt und die man besser nicht zur Feindin haben möchte, kurz davor ist, den Mut zu verlieren…

In der Begründung der Jury hieß es:

"Ein warmherziger Film, der das Individuum feiert, den einzelnen Menschen, seinen Reichtum und seine Komplexität. Regisseurin Tamara Tal gelingt es, uns die schönsten und spontansten Momente aus dem Leben einer Großmutter zu zeigen sowie Momente eines außerordentlichen Zusammengehörigkeitsgefühls zwischen den Familienmitgliedern. Dadurch wird der Zuschauer selbst schnell zum Familienmitglied.

Der Film zeigt darüber hinaus, dass eine positive Einstellung zum Leben sowie Humor die Ingredienzien sind, die uns am Leben erhalten und uns selbst tragische Momente überwinden lassen."
 
Mehr Informationen unter
www.dok-leipzig.de/festival/filmfinder?film=Hatzalmania
und
www.lifeinstillsfilm.com/.
 
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ISRAELMAGAZIN Dienstag, 25.10.2011 von kb
Tel Aviv feiert das Kunstjahr 2012
TEL AVIV (im) – Kunst-Höhepunkt des Jahres 2012 wird in Tel Aviv das Wochenende vom 21. bis 24. März sein. Anlass ist die Einweihung des neuen “Herta and Paul Amir Building” im Tel Aviv Kunst-Museum, das die weltweit größte Sammlung an israelischer Kunst präsentieren wird. Doch damit nicht genug, die Stadtverwaltung hat gleich das komplette Jahr 2012 zum Kunst-Jahr erhoben.
Über 2012 verteilt, werden zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen, Konferenzen und Bildungsinitiativen dem israelischen und ausländischen Publikum die vielfältige israelische zeitgenösische Kunst näherbringen. Das Museum dient als Drehscheibe und Ausgangspunkt für Aktivitäten der Kunstszene in der gesamten Stadt. Dabei werden die Museen der Stadt auf Ausstellungen bezogen miteinander vernetzt, der Schwerpunkt liegt auf zeitgenössischer Kunst und betont das vielfältige Nachtleben der Stadt.
Ein kurzer Überblick über das Haupt-Wochenende vom 21. bis 24. März:
21. März 2012 (Mittwoch): Pecha Kucha – eine außergewöhnliche Sammlung von Künstlern und Interpreten, denen jeweils 6 Minuten und 40 Sekunden zur Präsentation ihrer Arbeit gegeben wird.
22. März 2012 (Donnerstag): Marathon – Das Tel Aviv Museum of Art wird rund um die Uhr geöffnet sein, besonderer Schwerpunkt sind die Arbeiten von Anselm Kiefer.
23. März 2012 (Freitag): Stadt-Kunst-Touren (City Art Tours) – speziell für dieses Wochenende konzipiert. Berühmte Kunstgalerien und Museen im Großraum Tel Aviv präsentieren herausragende Kunstwerke. GAGA Dance Event im Tel Aviv Museum of Art.
24. März 2012 (Samstag): Das Kunst Jahresevent – das Tel Aviv Museum of Art wird zum Gastgeber einer Freiluftveranstaltung, das die bestmögliche Bandbreite an zeitgenössischer Kunst und Kulturszene mit Musik, tanz, Bildender Kunst und Film bereitstellt. ***********************************************************
ISRAELMAGAZIN, Mittwoch, 26. Oktober 2011, von bw
Fester Zugang zum Tempelberg geplant
JERUSALEM (im) – Der schon seit Jahren installierte Behelfszugang zum Temeplberg soll nach Angaben von Architekt Schlomo Eschkol, Ingenieur des Jerusalemer Stadtrates, einem festen Zugang weichen. Das Konstrukt aus Holz berge nach seinen Angaben ein Sicherheitsrisiko, so Medienangaben.
Im Jahr 2004 war der damalige Fußweg zum Tempelberg eingestürzt. Um den Zugang für Nicht-Muslime weiter zu gewährleisten wurde das Provisorium errichtet, das urspünglich im Jahr 2007 durch einen Fußweg am Fuße des Tempelberges vom Platz der Klagemauer durch das Mograbi-Tor auf den Tempelberg führen sollte, wo die Al-Aksa-Moschee und der Felsendom stehen. Proteste vor allem in Syrien führten zu einem Baustopp. Die provisorische Holzbrücke ist seit Jahren teilweise durch eine unansehnliche Kunststoffplane verhüllt. Zudem ist der Bereich der Synagoge an der Klagemauer für Frauen durch den Baustellenzustand um die Hälfte reduziert.
Diese jetzige Brücke darf von Andersgläubigen, die nicht muslimisch sind, benutzt werden und wird durch israelische Soldaten überwacht. Der Zugang findet dann durch das Marokkanertor statt, allerdings nur außerhalb der Gebetszeiten und nur von Samstag bis Donnerstag. Seit der zweiten Intifada ist der Besuch der Gebäude für Nicht-Muslime verboten. Jüdische Gruppen werden nur in kleinen Gruppen und oft auch mit Aufsicht zugelassen, um provokante Aktionen zu verhindern. ***********************************************************
Ha'aretz, Mittwoch, 26.10.11
 
Bahnhof von Tzemach wird restauriert
 
106 Jahre ist das Bahnhofsgebäude von Tzemach südlich des Sees Genezareth schon alt. Gebaut wurde es einst als wichtiger Halt der Jesreel-Bahn, einer Zubringerstrecke der berühmten Hijaz-Bahn, die die Region von Damaskus nach Medina mit direkter Anbindung nach Akko und Haifa durchquerte.
Bis 1948 war die Haltestelle in Betrieb – und hatte in der bewegten Geschichte der Region in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts osmanische, australische, britische, französische und syrische Soldaten, sowie Kämpfer des Palmach gesehen.
Nach dem Unabhängigkeitskrieg verfiel die Station und diente schließlich als Unterstand für Nutztiere.
 

Jetzt soll der Bahnhof in ein Zentrum für Israelstudien für den neuen Campus des Kinneret-Colleges umgewandelt werden. In einem Jahr soll das Zentrum für Studierende und Touristen seine Tore öffnen.

Die Initiatoren des Projekts versprachen, die wechselvolle Geschichte des Gebäudes bei ihren Planungen nicht außer Acht zu lassen. Unter anderem ist eine Gedenktafel für die australischen Soldaten geplant, die beim Kampf um den Bahnhof im Ersten Weltkrieg für das Vereinigte Königreich ihr Leben ließen.

Auch deutsche Soldaten kamen bei der Schlacht ums Leben – als Verbündete des Sultans kämpften sie auf Seiten der Osmanen.

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Ynet, Freitag,  21.10.11/ Newsletter der Israelischen Botschaft Berlin, Dienstag, 25. Oktober 2011

Der dunkle Zauber des Moshe Dayan
 
 Von Yechiam Weitz
Der Autor ist Professor für Geschichte an der Universität Haifa
Der letzte Auftritt Moshe Dayans in den Medien erfolgte am 6. Oktober 1981 – am Tag der Ermordung Anwar Al-Sadats. Die verblüfften Zuschauer sahen einen kranken, beinahe auf Haut und Knochen abgemagerten Dayan. Nichts erinnerte noch an den charmanten Mann, dem nicht wenige Frauen ins Netz gegangen waren (nicht umsonst hatte ihn Yeshayahu Leibowitz einmal als "alternden Playboy" bezeichnet). Zehn Tage später verstarb er mit 66 Jahren – verbittert, verärgert und beinahe blind. 30 Jahre später wird seines Todestages in allen Zeitungen mit großen Artikeln gedacht.
Die so intensive Beschäftigung mit diesem Mann wirft die Frage auf, warum sein Todestag für ein so großes Echo und so große Emotionen sorgt. Im Laufe der Jahre sind viele Mitglieder seiner Generation von uns gegangen, deren Biographien nicht weniger beeindruckend waren als die seine – Söhne des Landes, die im Palmach oder in der Hagana gekämpft haben, die wichtigen Anteil am Unabhängigkeitskrieg hatten, an die Spitze der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) gelangten und danach in die Politik wechselten, die wichtige politische Ämter bekleideten und nicht an die Spitze der Pyramide, das Ministerpräsidentenamt, gelangten. Besonders herausragende Beispiele sind hierfür Yigael Yadin und Yigal Allon – der "siamesische Zwilling" Dayans. Allon starb Anfang 1980, und vor anderthalb Jahren, zu seinem 30. Todestag, wurde dieses Datum fast gänzlich ignoriert.
Ein zentraler Grund für all das ist, dass die Lebensgeschichte von Moshe Dayan außergewöhnlich und spannend ist. Er war ein "mythologischer Zabar", und Teil der "ersten erlösten Generation": Seine Eltern waren mit der Ersten Aliya ins Land gekommen, er selbst wurde nicht nur im Land sondern auch noch im Kibbutz Deganya geboren – dem ersten Kibbutz überhaupt – und wuchs in Nahalal, dem ersten Moshav auf. 1941 wurde er bei einer britischen Militäroperation im Libanon verletzt und verlor sein linkes Auge. Seitdem trug er eine schwarze Augenklappe, die zum Markenzeichen werden sollte – nicht nur für ihn sondern für den Staat Israel weltweit. Auch heute, eine ganze Generation nach seinem Tod, kennen die Menschen in der Welt "die Augenklappe von Moshe Dayan".

Im Unabhängigkeitskrieg befehligte er die Komandoeinheit 89, die die Städte Lod und Ramle eroberte, und wurde für seinen Mut und seine Tapferkeit berühmt. Ben-Gurion, der ihn bewunderte und seine Streiche stets deckte, beförderte ihn mit geradezu astronomischer Geschwindigkeit (in nur fünf Jahren wurde er vom Major zum Generalleutnant) zum vierten Obersten Befehlshaber von ZAHAL. In der Kabinettssitzung, in der seine Ernennung diskutiert wurde, sparte Ben-Gurion nicht an Lob: "Im Befreiungskrieg hat er sich als einer der tapfersten Krieger erwiesen, er hat Ramle erobert. Er verfügt über ein militärisches Denken, umfassende

 
analytische Fähigkeiten und großes Führungspotential".
Im Sinai-Krieg dann wurde er zum "Militärischen Führer des Sieges", zum nationalen Helden und weltweit bekannten Figur. Zehn Jahre später, nach dem Sechs-Tage-Krieg, wurde er, nach einem umstrittenen politischen Kampf, in den er selbst nicht verwickelt war, zum Verteidigungsminister ernannt. Dayan, der weit davon entfernt war, ein Heiliger zu sein, wurde hier zum Heiligen gemacht, während andere für ihn die Arbeit machten. Den Ruhm des Sieges stahl er dabei zwei anderen: einerseits dem Generalstabschef Yitzhak Rabin und vor allem von seinem Vorgänger als Verteidigungsminister, Levi Eshkol.
Nach dem Sieg im Sechs-Tage-Krieg war er in den Augen der Öffentlichkeit eine Art Prinz. Um ihn gab es einen Personenkult, wie man ihn vor ihm und auch nach ihm in Israel nicht erlebt hat, nicht mal um Persönlichkeiten wie David Ben-Gurion, Golda Meir oder Menachem Begin. Sein Portrait prangte auf Fahnen zum Unabhängigkeitstag und tauchte auf Neujahrsgrüßen auf. Er hielt Vorträge in riesigen Hallen vor einem Publikum, das durstig an seinen Lippen hing. Man verzieh ihm seine Eskapaden – den offenen Raub von Altertümern, das wilde Schürzenjägertum und die grenzenlose Profitgier.
Im Yom-Kippur-Krieg wurde er vom Göttersohn zum Gott der enttäuscht hat. Schuld waren die Überraschung angesichts des Kriegsausbruchs, das Scheitern, die Bilder von den Kriegsgefangenen, doch vor allem die schwerwiegenden Nachrichten von seiner Amtsführung als Verteidigungsminister – die Hiobsbotschaften, die er verbreitete und sein problematisches Verhalten angesichts des vorbildlichen Verhaltens der "Alten Dame", Ministerpräsidentin Golda Meir. Die Geschichte vom "Aufstieg und Fall des Moshe Dayan" ist nicht nur eine lokale Geschichte sondern eine Oper Wagnerischen Zuschnitts. Auch der Schlussakkord seines Lebens ist noch spannend – Dayan, der "Aussätzige", überquerte alle politischen Linien und schloss sich der Regierung von Menachem Begin an, um das Friedensabkommen mit unserem größten Feind, Ägypten, voranzubringen. Er war damals bereit, den gesamten Sinai für den Frieden zurückzugeben.
Im Guten wie im Schlechten, in unserer Galerie der Persönlichkeiten gibt es keine Figur, die so spannend ist wie Moshe Dayan.

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NEWSLETTER ISRAELISCHE BOTSCHAFT BERLIN, Freitag, 28. Oktober 2011
Die Wahrheit über den Gaza-Streifen
Von Anne Herzberg und Jason Edelstein
Die Autoren arbeiten für "NGO Monitor", eine Forschungsinstitution in Jerusalem, die universelle Menschenrechte und die Diskussion über die Berichte von NGOs, vor allem im Nahen Osten, unterstützt.
Mit dem Ende der fünfjährigen Gefangenschaft von Gilad Shalit haben verschiedene NGOs, in einem Versuch, ihre eigenen Agenden voranzutreiben, die Tatsachen für ihre Zwecke uminterpretiert. Diese Taktik war selten weniger deutlich als in dem Artikel von Sari Bashi, der Direktorin von "Gisha, The Legal Center for Freedom of Movement".
Bashi stützt sich auf sehr selektive Erinnerungen, um das Argument voranzutreiben, der einzige Grund für die Sanktionen Israels gegen die Hamas sei Rache für die Gefangennahme Shalits. Jetzt wo er frei ist, so Bashi, sollte Israel die unbeschränkte Ein- und Ausfuhr aller Güter von und nach Gaza erlauben.
Ihre Argumentation basiert dabei auf der falschen Voraussetzung, die israelische Politik sei das einzige Hindernis auf dem Weg zu "einer Chance für ein normales Leben im Gaza-Streifen und eine Möglichkeit für seine anderthalb Millionen Einwohner, eine gesunde, wohlhabende Gesellschaft aufzubauen, die in der Lage wäre, mit ihren Nachbarn friedlich zusammenzuleben."
Bashi, so scheint es, lebt in ihrer eigenen Welt, einer Welt ohne 10.000 Raketenangriffe seit 2005, ohne Selbstmordanschläge, Schießattacken, Entführungen und andere Terrorattentate. In dieser fiktionalen Welt existiert dafür eine friedliche Hamas. Während auch wir uns wünschen
, dass dies wahr wäre, ist es das leider einfach nicht. Um US-Senator Daniel Patrick Moynihan zu zitieren: Individuen dürfen ihre eigene Meinung haben, aber nicht ihre eigenen Tatsachen.
2005 hat Israel in einem mutigen und wichtigen Politikwechsel 8.000 seiner Bürger aus dem Gaza-Streifen entwurzelt, um den Palästinensern dort eine Chance zu geben, mit dem Aufbau eines Staates zu beginnen und eine wohlhabende Gesellschaft aufzubauen, die Seite an Seite in Frieden mit Israel leben könnte.
Doch anstelle dieses Friedensangebot anzunehmen, haben Einwohner des Gaza-Streifen innerhalb weniger Tage die berühmt-berüchtigten Gewächshäuser zerstört, die Israel für sie zurückgelassen hatte. Der Beschuss durch Raketen und Mörsergranaten ist seitdem entscheidend angestiegen.
Die Hamas hat viele der Grenzübergänge zwischen Israel und dem Gaza-Streifen angegriffen, die dazu dienen, Güter in das Gebiet einzuführen. Häufig wurde so eine Schließung erzwungen. In anderen Fällen wurden Güter von Kämpfern der Hamas für ihre eigenen Zwecke beschlagnahmt. Die Hamas hat auch Vertreter der Europäischen Union angegriffen, die zugestimmt hatten, die Grenze zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen zu überwachen. Diese Vertreter flohen beim ersten Zeichen der Einschüchterung und wurden nicht wieder gesehen.

Schlussendlich drang die Hamas im Juni 2006 in israelisches Territorium ein, ermordete mehrere Soldaten und entführte Shalit. 2007 übernahm die Hamas in einem Staatsstreich die vollständige Kontrolle über den Gaza-Streifen und warf ihre Gegner von der Fatah aus einem 17-stöckigen Gebäude. Wieder stieg die Zahl die Raketenangriffe aus dem Gaza-Streifen an. Erst zu diesem Zeitpunkt verschärfte Israel seine Wirtschaftspolitik gegenüber dem Gaza-Streifen.

Wenn Bashi wirklich denkt, dass die Entführung von Shalit der Grund für die Wirtschaftssanktionen gegen den Gaza-Streifen waren, warum hat dann ihre Organisation "Gisha" nicht ohne Unterlass für seine Freilassung gekämpft? Warum hat sie nicht immer wieder die Raketenangriffe der Hamas auf israelische Zivilisten oder ihre tödliche Unterdrückung der politischen Opposition verurteilt?
Und warum räumt Bashi nicht den Waffenschmuggel an die Hamas durch Iran und Syrien ein? Warum erklärt sie nicht, dass Israel gemäß der Resolution 1373 des UN-Sicherheitsrats dazu verpflichtet ist, jede direkte und indirekte Unterstützung der Hamas, einer Terrororganisation, zu unterbinden? Und warum verurteilen Bashi und "Gisha" nicht die Grundsätze der Hamas – einer massenmörderischen, antisemitischen, radikalen Terrororganisation, die ungestraft Zivilisten angreift und ihre eigenen Bürger brutal als menschliche Schutzschilde missbraucht, um ihre Ziele zu erreichen?
Wenn Bashi wirklich möchte, dass die Menschen des Gaza-Streifens "die Chance auf ein normales Leben" haben, warum startet sie dann keine Kampagne, um sie von der Hamas zu befreien?
Man fragt sich, ob Bashi jemals Aufnahmen aus dem Gaza-Streifen gesehen oder die Nachrichten in den Tagen nach der Heimkehr Gilad Shalits gelesen hat. Neben Berichten über Feiern und Reden, die Mörder wieder zu Hause begrüßten und Rufen nach dem "nächsten Gilad Shalit" hätte sie auch die Rede von Wafa al-Biss lesen können. Al-Biss war 2005 am Grenzübergang Erez mit elf Kilo Sprengstoff gefasst worden, mit dem sie Israelis töten wollte.
Als sie nun wieder nach Gaza entlassen wurde, erzählte sie einer Menge sie umjubelnder Schulkinder: "Ich hoffe, ihr werdet den selben Pfad gehen, den wir genommen haben, und so Gott will, werden wir einige von euch als Märtyrer sehen". Die Kinder antworteten: "Wir werden unsere Seelen und unser Blut geben, um die Gefangenen zu erlösen. Wir werden unsere Seelen und unser Blut für dich geben, Palästina."
Es wäre also wesentlich produktiver, wenn Bashi und "Gisha" aufhören würden, Hunderttausende Euro, die sie von der EU und europäischen Regierungen erhalten, dazu zu verwenden, nicht nur solche Menschenrechtsthemen herauszupicken, die in ihre politische und ideologische Agenda passen. Sie sollten den Terrorismus eindeutig und dauerhaft verurteilen. Und die israelische Politik im Gaza-Streifen sollte auf eine Art und Weise präsentiert und verstanden werden, die die historischen Tatsachen und die sie begleitenden komplexen Zusammenhänge reflektiert, nicht in einer vereinfachten Version, die so offensichtlich versucht, politische Ziele zu erreichen.

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Olivenbaum für Papst


von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 27. Oktober 2011

Ein 200 bis 400 Jahre alter Olivenbaum ist auf Anweisung von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu dem Papst geschenkt worden, als Symbol für die "blühenden" Beziehungen zwischen dem Vatikan und dem jüdischen Staat. Papst Benedikt XVI hat während seiner Pilgerreise nach Israel im Jahr 2009 vor einem alten Olivenbaum inne gehalten und den Wunsch geäußert, dass ein ähnlicher Baum die Vatikanischen Gärten segnen möge. Netanjahu wollte ihm diesen Wunsch erfüllen und beauftragte den Jüdischen Nationalfonds - Keren Kayemet Le'Israel (JNF-KKL) , einen geeigneten Baum auszuwählen. Ein Baum, nach Angaben des Rundfunks gar 400 Jahre alt, wurde nahe Nazareth gefunden, ausgegraben und auf dem Seeweg 2000 Kilometer weit nach Ravenna geschickt.  Am Mittwoch, 26. OKtober 2011, 9 Uhr, wurde der alte Baum in der Viale Degli Ulivi (Olivenbaum Boulevard) in den päpstlichen Gärten eingepflanzt. Anwesend waren Kardinal Tarcisio Bertone, der Staatssekretär des Vatikans, Israels Vatikan-Botschafter Mordechai Levy, der Vorsitzende des Keren Hayesod, Effi Stenzler,  und viele andere Honoratioren aus Israel und dem Vatikan. Netanjahu erklärte, dass der Olivenbaum das gemeinsame Streben nach Frieden und Brüderlichkeit zwischen den Völkern und Religionen repräsentiere.

http://www.youtube.com/watch?v=0GaDugIV6Sg