CHAVERIM - Freundschaft mit Israel e.V.
 
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CHAVERIM - Freundschaft mit Israel e.V.
Anerkannter Kulturträger der Stadt Norderstedt
 
Liebe Freunde, Förderer und Mitglieder des Vereins,

unser Ehrenmitglied, Christa Heise-Batt, konnte am Mittwoch, 25. Januar, ihren 75. Geburtstag feiern. Wir gratulieren ihr von Herzen! Christa Heise-Batt ist stets für Chaverim da, geht für uns auf die Bühne für eine Lesung, beispielsweise mit Geschichten von Ephraim Kishon. Gabriel Laub oder ihrem israelischen Lieblingsautor Etgar Keret. Ich klinke für Sie hier die hochdeutsche Fassung des Berichts ein, der im Hamburger Abendblatt, REgionalausgabe Norderstedt, in niederdeutsch, übersetzt von NDR-Mann Gerd Spiekermann, erschienen ist:
 
Heike Linde-Lembke
Norderstedt Sie füllt mühelos das Hamburger Ohnsorg-Theater, ist beliebter Gast in Gerd Spiekermanns Morgensendung „Wi snackt platt“, sie ist die Seele der Hamburger Kabarettbühne „Die Wendeltreppe“ und von Norderstedts Bühnen sowieso. Ihre Fans überreichen ihr mitten auf der Straße Rosen. Heute wird Christa Heise-Batt 75 Jahre alt.
Norderstedts erste Kulturpreisträgerin (1997) hat ihre Erlebnisse in vielen Geschichten erzählt, die in Büchern wie „Sünn achter Wulken“, „En good Woort kost nix“ oder „Glück will Tiet hebben“ (Quickborn-Verlag) veröffentlicht wurden. Doch wenn Norderstedts Plattdeutsch-Autorin ihre Geschichten auf der Bühne erzählt, werden die Figuren richtig lebendig. Sie liest nicht, sie inszeniert, und die Zuhörer fahren mit ihr über die Hochebene des Altiplano, sehen wie im Film, wie sie im Zug durch Bolivien von einheimischen Frauen in bunten Gewändern umringt wird, die ihr einen Poncho umhängen. Den trägt sie heute noch.
Christa Heise-Batt war vermutlich die erste Frau, die auf Geschäftsreise durch Süd- und Mittelamerika tourte und von Arzneimitteln über Präservative, Stacheldraht bis zu Zimmereibedarf alles anbot. „Die Männer nahmen mich erst ernst, als ich ihnen ihre Geschäfte wegschnappte“, sagt Christa Heise-Batt vergnügt. Sie hat 1973 den Mord an Chiles Präsident Allende erlebt und überstand ein Erdbeben in Nicaragua. Auf einer Reise musste sie in Santiago de Chile operiert werden. Als sie unter
Narkose Plattdeutsch sprach, war klar: „Plattdeutsch ist meine Sprache, in der schreibe ich auf, was ich auf meinen Reisen erlebe.“
1989 erschien ihr erstes Buch „Dörch de Johrstieden“. 1995 dann der Sprung auf die Bühne des Ohnsorg-Theaters, die Hamburger Toepfer-Stiftung bat um eine Lesung, die „Wendeltreppe“ sowieso und auch der NDR. Oft tritt sie für Norderstedts Kulturvereine auf – für einen Blumenstrauß und ohne Honorar. Klar, dass „uns’ Christa“ auch im neuen Kulturwerk am See häufig zu Gast sein wird.
Liebe Christa Heise-Batt, herzlichen Glückwunsch zum 75. Geburtstag!
 
Viele Geschichten von Christa Heise-Batt sind autobiografisch. Beispielsweise die über ihre geliebte Stadt New York aus „En goot Woort kost nix“, erschienen im Quickborn-Verlag.
New York, dat is mien Stadt. Siet ik 1962 to’n eersten Mal mienen Foot in her rinsett heff, hett mi – dörch all de Johrn – nie nich dat Geföhl verlaten, dat ik ehr kenn, dat ik ehr mag, dat ik to ehr tohöörn do. Op mienen eersten Översee-Törn för mien Export-Firma möök ik in New York Statschoon. Ik harr dor Frünnen. 1950 weer ut mien Heimatdörp een jung’ Ehepoor utwannert, vull Moot – na New York!
Ik weer mit de junge Fru, mit Hertha, recht goot bekannt. As se to höörn kreeg – so wat snackt sik in en lütt Dörp gau rüm – dat ik op Översee-Törn güng, reep se mi an un laadt mi in. Ik weer de eerst Besöök, de ut de Heimat keem. Ehr dat in ehr Huus güng, hebbt wi in en groot Restaurant in en Inkoops-Center eten. Sowat vun Riesen-Center harr ik in mien ganz Leven noch nich sehn. Dat geev dat bi uns noch nich. Ik heff mi „Chicken in a basket“ bestellt. Alleen al, üm mal to kieken, wat dat woll weer: „Hühnchen im Korb“. Weer fein anricht un hett lecker smeckt. As wi fardig weern keem de smuck Bedeenungsdeern un fraag: „Do you want a doggy bag?” Mien Fründin nickköpp. War weer dat denn? ‘n Büdel för ‘n Hund? Sowat kenn ik ok noch nich. Hüüt is dat – ok bis uns – gang un gäbe. Se hebbt mi denn in de poor Daag, de ik Tiet harr, de wunnerschöön Stadt wiest, den Broadway, de Music-Hall in all ehr Pracht, den Hudson-River un de Freiheitsstatur – eenfach allns, wat interessant weer. Nich to vergeten den „Plattdüütschen Vereen“ mit en riek Leven – en Stück Heimat för de Utwannerers.
Ik bün jümmers wedder torüchkamen, Heff dat sogor henkregen, dat ik för uns Firma en Vertretung opbuun dörv, wat ok glücken dee. En junge Deern, Liza, hett mit holpen. Wenn uns war besunners goot glückt weer, sünd wi in den Heven föhrt, as wi jümmers säen. Rop in dat Himmels-Café in’t World Trade Center, ganz na baben, höger güng dat nich! Un nu? Is dat nich mehr dor. Ik kunn dat gor nich faten uns begriepen, as dat an’n 11. September 2001 blots noch Gruus weer. Wo faken bün ik in de lütt St. Patrick’s Cathedral ween, heff mi dor verpuust un heff för John F. Kennedy beedt.
Ik heff dat jümmers so inricht, dat ik New York in Dezember besöken kunn. Dat Rockefeller-Center weer en eenzig groot Iesbahn. Rundümto hoge Dannenbööm, man eenmal kitschig, man eenmal smuck. Musik dröhn di in de Ohrn, en Högen leeg in de Luft un ik? Merrn mang.“ Mien New York. Dor mutt ik noch wedder hen!“
 
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Es gibt zahlreiche Gedenkveranstaltungen zum 27. Januar, dem Holocaust-Gedenktag:

 
"Lasst Euch nicht einschüchtern! Seid wachsam", sagt der Autor, Journalist und Shoah-Überlebender Ralph Giordano. Am 27. Januar überreicht er auch wieder den Bertini-Preis an Jugendliche, die sich besonders um die Aufklärung des Holocausts bemüht haben.
In Norderstedt und Umgebung finden am 27. Januar diese Veranstaltungen statt:
 
Hamburger Abendblatt, Regionalausgabe Norderstedt, Mittwoch, 25. Januar 2012
Erinnerungen an das Leid während des Nazi-Regimes
Kreis Segeberg. Am 27. Januar 1945 befreite die Sowjetarmee das KZ Auschwitz-Birkenau. Die Soldaten stießen auf Überlebende, die von unermesslichem Leid gezeichnet waren, ein Leid, verübt im "Namen des deutschen Volkes". Sechs Millionen europäische Juden hat das Regime der deutschen Nationalsozialisten in seinen Tötungsfabriken ermordet. Und das öffentlich, denn viele KZs lagen in direkter Nachbarschaft zu Städten und Gemeinden. Mittlerweile wird mit vielen Veranstaltungen am 27. Januar an den Holocaust mit der Mahnung erinnert, dass dieser Kulturbruch der Nazis sich nie wiederholen darf. Wir haben die Veranstaltungen für Freitag zusammengefasst:
Norderstedt, 15.30 Uhr: Zur Feierstunde bittet der Norderstedter Verein "Chaverim - Freundschaft mit Israel" an die KZ-Gedenkstätte Wittmoor im Fuchsmoorweg. Teilnehmen werden unter anderem Stadtpräsidentin Kathrin Oehme, Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote, Vertreterinnen und Vertretern aus Kultur, Gesellschaft und Politik. Für die Zeit ist die Durchfahrt bis zum Gedenkstein erlaubt.
19 Uhr: Die Norderstedter Pax-Christi-Gruppe erinnert in der Kapelle der katholischen St. Hedwigkirche am Falkenkamp 2 an die Häftlingskolonnen, die am 12. April 1945 schwer bewacht auf der Ulzburger Straße durch Garstedt, Friedrichsgabe und Harksheide getrieben worden sind.
20 Uhr: Unter dem Titel "Ausgemerzt!" spiegelt Hans-Werner "HaWe" Kühl das Schicksal jüdischer Künstler der zwanziger und dreißiger Jahre in der Vicelin-Schalom-Kirche am Lütjenmoor 13 wider. Kühl singt und rezitiert Chansons und Texte und berichtet über die Deportation, Ermordung oder Emigration. Am Flügel begleitet Rainer Lankau. Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.
Kaltenkirchen, 19 Uhr: Der Trägerverein der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen-Springhirsch lädt zum Vortrag ins Rathaus Kaltenkirchen an der Holstenstraße ein. Der Hamburger Historiker Harald Schmid spricht unter dem Titel "Der Gedenktag 27. Januar: Vom Fehlgriff zum Erfolgsprojekt?" über die Entwicklung der deutschen Erinnerungskultur. Der Eintritt ist frei.
Bad Segeberg, 17 Uhr: Die jüdische Gemeinde Segeberg lädt mit der Stadt und der evangelischen Kirchengemeinde zum Gedenken in den Bürgersaal des Segeberger Rathaus an der Lübecker Straße 9 ein. Es spielt das Segeberger Flöten-Ensemble. Eintritt frei. (lin)

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TV-Tipp: Sonnabend, 28. Januar, 11 bis 11.30 Uhr, auf Phoenix:   
“Hutmacher mit Chupze”
Yitzchak Ferster pendelt ständig zwischen Jerusalem, New York und Budapest. Sein Hutmacher-Atelier “Ferster Hats” sitzt mitten in Mea Shearim, dem ultraorthodoxen Viertel von Jerusalem. Der stets gut gelaunte Hutmacher lässt die schwarzen, traditionellen Hüte in Budapest produzieren, die Felle für die Hüte kauft er in Porto, Geschäfte hat der 64-Jährige in Jerusalem, Tel Aviv, Antwerpen, New York und New Jersey. Ursprünglich trug seine Familie den Namen Förster. Vor dem Holocaust lebte sie in Wiesbaden, eine ganze Dynastie von jüdischen Hutmachern. Über Osteuropa kam die Familie nach Jerusalem.
Dann möchte ich noch auf das große Musikfestival "Sounds of Israel" vom 11. bis 19. Februar in Hamburg hinweisen: mit NOA und den Hamburger Symphonikern, Abishai Cohen, Ensemble Meitar, The Idan Raichel Project, Duo Amal, Shesh Besh, Ran Slavin, Yaron Herman Trio, Jerusalem Chamber Orchestra, Israel Disco-Night und Tafillalt. Mehr unter www.sounds-of-israel.de
 
Liebe Leserinnen und Leser,
 
schon heute ein herzliches Shabbat Shalom
und ein erholsames Wochenende!
Ihre
Heike Linde-Lembke und Ayala Nagel
(Vorsitzende CHAVERIM)
 
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Israels Polizei soll Mufti verhören

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 25. Januar 2012

Israels Generalstaatsanwalt Jehuda Weinstein hat am Dienstag Abend eine strafrechtliche Ermittlung der Polizei gegen das geistliche Oberhaupt der Palästinenser, dem Jerusalemer Mufti Mohammed Hussein, angeordnet. Dieser hatte am 9. Januar in Ramallah vor laufender Kamera des offiziellen palästinensischen Fernsehens in einer Rede zum 47. Jahrestag der Gründung der Fatah-Partei zum Mord an Juden aufgerufen.
Der Mufti steht nun im Verdacht, "Hetze und einen Aufruf zu Gewalt und Mord" getan zu haben.
Hussein hatte aus der Hadith, mündlichen Überlieferungen von Sprüchen des Propheten Mohammed, zitiert: "Die Stunde (der Auferstehung) wird nicht kommen, bis ihr die Juden bekämpft. Die Juden werden sich hinter Steinen und Bäumen verstecken. Dann werden die Steine und Bäume rufen: 'Oh Moslem, Diener Allahs, da ist ein Jude hinter mir, komm und töte ihn'".
Der Filmausschnitt aus dem palästinensischen Fernsehen wurde von Memri und PMW (Palestinian Media Watch) mitgeschnitten, mit Übersetzungen ins Englische versehen und im Internet verbreitet. Beide Organisationen beobachten und dokumentieren arabische und palästinensische Medien.
Die Aufnahmen der Rede des Jerusalemer Muftis erhielten besondere Beachtung, weil die Internetplattform YouTube, wegen dieses Films Memri und PMW sperrte. YouTube erklärte, dass der Film "unpassend" sei. Unterstützer von PMW legten Protest gegen diese Form von "Zensur" ein. PMW und Memri wurden inzwischen von YouTube wieder freigeschaltet.
Die in Israel als "ungeheuerlich" eingestuften Sprüche des Mufti wurden auf höchster Ebene scharf kritisiert, darunter von Staatspräsident Schimon Peres. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte bei der Kabinettssitzung am vergangenen Sonntag: "Wenn das kein Antisemitismus ist, frage ich mich, was Antisemitismus ist." Der Premierminister bezeichnete die Rede als abscheuliche Beleidigung, die alle Nationen der Welt verurteilen müssten. Er kritisierte, dass die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) die Ansprache nicht verurteilt habe und nichts gegen Hetze unternehme.
Netanjahu forderte die Einleitung rechtlicher Schritte gegen den Mufti.
Der Mufti bestätigte, die Sprüche von sich gegeben zu haben, behauptete aber, dass sie aus dem Zusammenhang gerissen worden seien. "Ich habe über die letzten Zeichen des Tages der Wiederauferstehung gesprochen", so der Mufti gegenüber der Zeitung Haaretz. "Ich habe nicht aufgehetzt und habe nicht zu Mord aufgerufen. Wir befinden uns derzeit nicht am Ende der Tage."
Der Moderator der Veranstaltung hatte die Rede des Muftis mit den Worten angekündigt: "Unser Krieg gegen die Nachfahren der Affen und Schweine ist ein Krieg der Religion und des Glaubens." Damit, so die israelischen Kritiker, sei klar, dass der Mufti die Zitate aus den Heiligen Schriften des Islam durchaus auf die heutige Zeit bezogen habe. Als "Nachfahren der Affen und Schweine" gelten Juden und heute Israelis.
Die Rede des Mufti kam sogar im Sicherheitsrat der UNO zur Sprache. Der israelische Botschafter Ron Prosor bezeichnete palästinensischen Hass und Hetze wie des Mufti als wahres Hindernis für einen Frieden in Nahost, neben der palästinensischen Forderung nach einem Rückkehrrecht für alle palästinensischen Flüchtlinge. Das Ziel dieser Forderung sei eine Abschaffung des jüdischen Staates, so Prosor. 

 
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ISRAELNETZ, Dienstag, 24. Januar 2012
 
Von M. Schubert
Erster Wirtschaftsdialog zwischen EU und Israel
JERUSALEM (inn) - Der Unterausschuss "EU-Israel" der Europäischen Union hat am Montag erstmals zum Thema wirtschaftliche und finanzielle Angelegenheiten im israelischen Finanzministerium getagt. Eine europäische und eine israelische Delegation diskutierten über die wirtschaftliche Situation der EU und Israels, sowie die Eurokrise und potentielle Auswirkungen auf Israel.
Der wirtschaftliche Dialog wurde im Rahmen eines regulären Treffens des EU-Israel-geführt. Teilnehmer waren unter anderen auf der israelischen Seite der stellvertretende Leiter des Finanzministeriums, Doron Cohen, der Leiter der Abteilung internationale Beziehungen des Finanzministeriums, Oded Brook und Vertreter des Nationalen Wirtschaftsrates. Die europäische Delegation wurde von Andrew Standley, dem Leiter der EU-Delegation Israel, angeführt. Zudem waren eine Reihe von Wirtschaftsberatern der EU-Mitgliedsstaaten aus den Botschaften anwesend, darunter Vertreter aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Belgien.
Die beiden Delegationen präsentierten Wirtschaftsprognose  sowie ihre Sichtweisen zu den Herausforderungen der Finanz- und Geldpolitik. Ein Großteil der Diskussion behandelte die Eurokrise. Zudem sprachen sie über die zu erwartenden kurz- und mittelfristigen wirtschaftlichen Szenarien in der Eurozone und deren mögliche Auswirkungen auf die israelische Wirtschaft.
Ein besonderes Augenmerk lag auf den steuerlichen Herausforderungen Israels für das Jahr 2012. Israel erwarte dieses Jahr ein Steuerdefizit.
Die Vertreter der Europäischen Zentralbank erläuterten die neusten Inflationstrends der Eurozone sowie ihre Strategie und aktuelle Maßnahmen. Zudem ging es um die Entwicklung der Inflation in Israel, die aktuelle Politik der israelischen Zentralbank und einen Eingriff in die Devisenmärkte.
Das israelische Zentralbüro für Statistik und das Statistische Amt der Europäischen Union, Eurostat, sprachen sich für einen weiteren gegenseitigen Informationsaustausch bis ins Jahr 2013 aus. Beide Delegationen kündigten ein weiteres Treffen im Frühjahr 2013 in Brüssel an. Das teilte das israelische Außenministerium mit.


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ISRAELNETZ, Mittwoch, 25. Januar 2012
 
Von Ulrich Sahm
Kritik an Ehrung von Mitri Raheb
BADEN-BADEN (inn) - Die Verleihung des deutschen Medienpreises an den Bethlehemer Pastor Mitri Raheb hat unter Theologen, Freunden Israels und Experten für Christen im Heiligen Land Befremden und sogar "Entsetzen" ausgelöst. Am Mittwoch berichtete Israelnetz von der Preisverleihung an Raheb am 24. Februar. Der "leise Friedensstifter", so die Begründung der Jury, bekomme den Preis, weil er "Orte der Begegnung, des Austauschs und des Dialogs" geschaffen habe.
Da wird die übliche Formel der Verständigung zwischen "Juden, Christen und Moslems" verwendet, ohne zu erwähnen, dass die von Raheb gegründete Schule und die Begegnungszentren grundsätzlich für Juden gesperrt sind, da es israelischen Bürgern seit Ausbruch der Intifada unter Strafe verboten ist, palästinensisch autonome Gebiete zu betreten, also auch Bethlehem.

Bei der Schweizer Agentur "Audiatur" hat der Jerusalemer Historiker Malcom Lowe harte Kritik an einer Grundsatzrede Rahebs bei einer Konferenz in Bethlehem 2010 veröffentlicht. Der palästinensische Pastor verbreite Rassismus und Hetze sowie eine Verdrehung theologischer Lehren. So habe Raheb behauptet, dass er, der Palästinenser, authentischer Nachfahre des Königs David und Jesu sei und identisches DNA habe, während der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu keinerlei Blutsverwandtschaft mit David und Jesus habe. Denn die europäischen Juden seien erst im Mittelalter zum Judentum konvertiert. Dieses kommentiert Lowe mit den Worten: "Nicht nur zeigt Raheb sich hier schamlos rassistisch, er hat auch nicht den geringsten Beweis, um seine Behauptungen zu stützen. Über Netanjahus Abstammung weiß er nichts, und er selbst könnte genauso von griechischen Pilgern oder europäischen Kreuzfahrern abstammen."

Wegen anderer Äußerungen wirft Lowe dem palästinensischen Theologen und einstigen Erfinder der "palästinensischen Theologie" vor, keine Ahnung von der Bibel zu haben und unwissenschaftlich vorzugehen. Lowe analysiert: "Dem "neuen Denken" Rahebs liegt vor allem eine Absicht zugrunde: zu zeigen, dass die Bibel bei der Rede vom auserwählten Volk die heutigen Palästinenser und insbesondere die palästinensisch-arabischen Christen meint. Bei aufmerksamer Lektüre der "palästinensischen Theologie" von Raheb, Ateek und ihresgleichen wird deutlich, dass diese Behauptung über die Auserwähltheit der Palästinenser bei gleichzeitigem Ausschluss Israels den ganzen Sinn und Zweck der Übung bildet".

Protestbriefe an Altbundespräsident Herzog
 
In offenen Briefen wurde der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog aufgefordert, nicht die Laudatio für Raheb bei der Preisverleihung zu halten. Das Ehepaar Birgit Schintlholzer-Barrows und John Barrows schrieb: "Pastor Raheb und sein Umkreis verbreiten seit Jahren theologische Ideen, die primär einer theologischen Untermauerung arabisch-palästinensischer Politik dienen. Sie zielen direkt ab auf eine Delegitimierung des jüdischen Staates. Einen Höhepunkt seiner langjährigen Bestrebungen stellt sein Vortrag dar, den er im März 2010 auf der Konferenz 'Christ at the Checkpoint' in Bethlehem zum Thema 'Kontextuale palästinensische Theologie und Realitäten vor Ort hielt. Der Vortrag präsentiert seine neuste 'Erkenntnis', dass nicht die Juden das Volk des 'Alten Testaments' seien, sondern arabische Palästinenser. Juden wie etwa Netanjahu und seine Vorfahren seien eine dem Land historisch fremde Macht wie das damalige Rom."
Eine Anges S. schrieb emotional: "Lieber und sehr geehrter Professor Herzog, ... ich bitte Sie von ganzem Herzen, keine Laudatio für einen Rassisten und Hetzer wie Pastor Mitri Raheb einer ist, zu halten, Pastor der theologischen Untermauerung einer arabisch-palästinensischen Politik, die einzig und allein den jüdischen Staat zu delegitimieren versucht. Ich bin Jüdin und bin schon sooooo... unendlich müde, immer und immer wieder das natürliche Recht Israels als Staat verteidigen zu müssen."

Der Weinheimer Theologe und Erzieher Albrecht Lohrbächer schrieb an Herzog: "Da wir uns in unserer Arbeit in Israel und auch hier seit Jahren regelmäßig mit falschen Aussagen, mit nationalistischer Theologie (à la Deutsche Christen) und als Folge davon mit der daraus entstandenen Hetze gegen Israel und der systematisch betriebenen Delegitimation Israels durch Mitri Raheb auseinandersetzen (müssen), kann ich dieser Ehrung wegen nur Widerspruch einlegen."

Lohrbächer erwähnt Raheb als einen der Autoren des "Kairos-Papiers": "In ihm wird u.a. die Gewalt verherrlicht ('Wir haben Hochachtung vor allen [!], die ihr Leben für unsere Nation hingegeben haben.'). Und in ihm werden u.a. die Christen zum Boykott Israels und israelischer Waren aufgerufen. Dieses Papier dient hierzulande vielen Christen, auch Kirchenführern(!), als Rechtfertigung ihrer Verurteilung Israels als 'Apartheidstaat', als Staat der Unterdrückung der Christen." Lohrbächer erinnert Herzog an seine eigenen Reden im Bundestag und schließt: "Sie haben uns zu Recht angehalten, auf die Anfänge zu achten, den Anfängen zu wehren - es kann und darf doch nicht sein, dass Sie dann einem solchen Menschen die Laudatio halten! Ich kann und will das nicht glauben!"

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Der Bericht:

ISRAELNETZ, Dienstag, 24. Januar 2012
 
Von M. Weil
Deutscher Medienpreis für Pfarrer aus Bethlehem
BADEN-BADEN / BETHLEHEM (inn) - Der Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bethlehem, Mitri Raheb, erhält am 24. Februar den Deutschen Medienpreis. Damit wird sein Wirken für herausragende "Symbole der Menschlichkeit" gewürdigt. Raheb hat in Bethlehem Gesundheitszentren, Begegnungsstätten und Schulen geschaffen, die den Alltag der Menschen erleichtern.
Anlässlich des 20. Jubiläums des Deutschen Medienpreises wollte die Jury in diesem Jahr "leise Friedensstifter" küren, deren Wirken ohne große mediale Beachtung stattfand. Einer von ihnen ist Raheb. Der Palästinenser, so die Begründung der Jury, bekomme den Preis, weil er "Orte der Begegnung, des Austauschs und des Dialogs" geschaffen habe. Dies geschehe in der biblischen Stadt Bethlehem, die jedoch kein Platz des Friedens sei: "Rahebs Wirken ist die Alternative zu Gewalt und Radikalisierung." Die Preisträger stehen damit in einer Reihe mit weiteren Persönlichkeiten wie Helmut Kohl, François Mitterrand, Jitzhak Rabin und Königin Silvia von Schweden.

Raheb, der seit 1988 an der evangelisch-lutherischen Weihnachtskirche in Bethlehem wirkt, wirbt seit langem für die Verständigung und den Austausch unter den drei Religionen im Heiligen Land: "Mitri Raheb ist mit einer großen Leidenschaft ausgestattet, das Evangelium von Jesus Christus zu verkündigen. Er arbeitet beharrlich an einem nachhaltigen Frieden im Mittleren Osten. Raheb ist ein Visionär, der neue Wege in der Erziehung und im Gesundheitsbereich gegangen ist", würdigt ihn der Vorsitzende Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika, Mark S. Hanson.

Zweitgrößter privater Arbeitgeber der Region

In Bethlehem hat Raheb die Dar-al-Kalima-Schule gegründet, die mittlerweile zum zweitgrößten privaten Arbeitgeber in der Gegend der Autonomiestadt geworden ist. Für ihn sind die Bildungseinrichtungen ein "Funke der Hoffnung für zukünftige Generationen". Raheb hat am Seminar der Hermannsburger Mission Theologie studiert und anschließend an der Philipps-Universität in Marburg promoviert. Zudem hat er viele Aufsätze zur Kirchengeschichte und dem interreligiösen Dialog verfasst.

Für Raheb ist der Deutsche Medienpreis nicht die erste hochrangige Auszeichnung: Der Theologe hatte für sein "Engagement für ein friedliches Zusammenleben in Israel-Palästina unter komplexen Bedingungen" 2006 den Tschelebi-Medienpreis erhalten. Der Preis ist nach dem Gründer des Zentralinstituts Islam-Archiv-Deutschland, Mohammed Tschelebi, benannt und wird jährlich an nicht-moslemische Persönlichkeiten verliehen. Ein Jahr später bekam der Theologe den Internationalen Aachener Friedenspreis verliehen. Damit werde sein Engagement "von unten" für den Frieden und für eine gewaltfreie Konfliktlösung gewürdigt, erklärte ein Sprecher seinerzeit.

Mit Bildung und Wissen gegen Krieg und Terror

Zu den vier diesjährigen Preisträgern gehört auch der ehemalige Oberstleutnant der sowjetischen Armee, Stanislaw Petrow. Er hatte 1983 durch eine "einsame Entscheidung eine hochgerüstete Welt vor ihrer Zerstörung" bewahrt, als er entgegen aller Vorschriften und Befehlsstrukturen handelte und trotz atomarer Bedrohung durch die US-Amerikaner keinen Alarm auslöste.

Außerdem erhalten Sakena Yaccobi und der Kongolese Denis Mukwege den Deutschen Medienpreis. Yacoobi versucht in Afghanistan mit Bildung und Wissen Krieg und Terror zu verhindern. Dazu gründete sie ein afghanisches Bildungsinstitut, das Tausenden vom Krieg gezeichneten und benachteiligten Menschen eine Lebensperspektive schenken will. Dort sollen Menschen neben schulischer Bildung auch Unterstützung und Hilfe gegen Unterdrückung und Hass erfahren.

Um die Bewahrung und Wiederherstellung von Würde geht es dem Arzt Denis Mukwege. Er betreut seit Jahren Tausende von Vergewaltigungsopfern in dem unter Bürgerkrieg und Gewalt leidenden Land Kongo. Damit sei er nicht nur Arzt, sondern auch "Anwalt der Menschenwürde, der gegen Stigmatisierung und Diskriminierung kämpft". Das von ihm gegründete Krankenhaus in Bukavu sei ein "Ort der Hoffnung und der Humanität inmitten unvorstellbarer Inhumanität".

Der Deutsche Medienpreis ist eine Auszeichnung, die seit 1992 einmal jährlich vom Marktforschungsinstitut Media Control verliehen wird. Eine Jury mit Chefredakteuren führender Zeitungen und Zeitschriften entscheidet über den Preisträger. Der Preis selbst ist eine handgeformte, bemalte Keramikfigur auf einem blauen brasilianischen Marmorsockel.

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ISRAELNETZ, Montag, 23. Januar 2012

 
Von Elisabeth Hausen
Palästinenserin trifft israelischen Lebensretter
UMM EL-FAHM (inn) - Im Sechstagekrieg rettete ein israelischer Offizier einem palästinensischen Mädchen das Leben - nun haben sich die beiden nach fast 45 Jahren erstmals wieder getroffen. Die Palästinenserin freute sich darüber, den Retter auch ihren Kindern vorstellen zu können.
Miriam Jassin aus der palästinensischen Ortschaft Anin im Westjordanland war 15 Jahre alt, als sie im Juni 1967 durch eine Granate schwer verwundet wurde. Hesi Eres war damals als Kommandeur niederen Ranges in der Region eingesetzt. Gegenüber der Zeitung "Yediot Aharonot" erzählt er: "Als ich das Dorf erreichte, kam ein ortsansässiger Mann auf mich zu und bat um Hilfe. Er war traurig und verängstigt und sagte mir, dass seine Tochter sehr schwer verwundet worden war."

Nach eigenen Angaben handelte Eres aus eigenem Antrieb ohne Abstimmung mit den Vorgesetzten, als er alles fallen ließ, um das Mädchen ins Krankenhaus zu bringen. Die ganze palästinensische Familie begleitete ihn zu einem Militärcheckpoint. Die Truppen wollten ihn anhalten. "Ich stieg schreiend aus dem Auto und forderte sie auf, die Straßensperre zu öffnen, weil das Mädchen medizinische Behandlung benötigte." Die Soldaten hätten nachgegeben und sie passieren lassen.

All die Jahre seit dem Sechstagekrieg gab es keinerlei Kontakt mehr zwischen dem Israeli und der Palästinenserin. Doch dies änderte sich vor Kurzem, teilte Eres mit: "Vor ein paar Tagen erzählte ich diese Geschichte meinem Sohn. Er beschloss, dass er sie wirklich treffen wollte, auch wenn ich nicht einmal wusste, ob sie noch lebte."

Gerettete mit Hilfe eines Journalisten aufgespürt

Ein Journalist der palästinensischen Zeitung "Al-Masar" half dem 75-Jährigen, Jassin aufzuspüren. Sie hat neun Kinder und 26 Enkel und lebt immer noch an ihrem Heimatort Anin, nordwestlich von Dschenin. Die heute 60-Jährige hätte nicht gedacht, dass sie ihren Lebensretter wiedersehen würde.

Das Treffen fand in der vergangenen Woche in der arabisch-israelischen Stadt Umm el-Fahm statt, nicht weit von Jassins Heimatdorf entfernt. "Ich kann nicht vergessen, wie er mir während des Krieges geholfen hat", sagte die Palästinenserin. "Er hat mich zum Leben zurückgebracht, als ich in einem kritischen Zustand war. Ich bin bereit, mein Leben für ihn zu opfern. Ich erzähle meinen Kindern immer, wie ich verletzt wurde, und von dem jüdischen Mann, der mich gerettet hat. Es wurde Zeit, dass sie ihn von Nahem treffen."

Die Frau bekundete Dankbarkeit gegenüber ihrem "Helden" und fügte hinzu: "Menschen wie ihn findet man selten." Sie hoffe auf eine bessere Zukunft für Israelis und Palästinenser: "Sie könnten koexistieren, ohne Töten. Unser Heim ist für Eres' Familie immer offen. Ich werde ihn niemals vergessen."

Der Israeli entgegnete bescheiden: "Ich bin froh, dass ich die Frau sehen konnte, die ich gerettet habe. Was ich tat, war menschlich. Letzten Endes sind wir alle Menschen."


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ACHTUNG - FÜR ALLE, DIE MIT UNS NACH ISRAEL REISEN - SAMMLERSTÜCK
 
ISRAELNETZ, Donnerstag, 19. Januar 2012
 
Von M. Ströher
Israelisches Sonderstück: Schönste Münze des Jahres
IOLA (inn) - Die israelische Zwei-Schekel-Münze "Jonah im Walfischbauch" ist zur Münze des Jahres gekürt worden. Dabei wurde sie in der Kategorie "Künstlerisch beste Münze" nominiert.
Die Sondermünze gewann im jährlichen internationalen Wettbewerb des amerikanischen Verlagshauses "Krause Publications" den ersten Preis und setzte sich gegen ihre 95 Mitbewerber durch. Laut des israelischen Wirtschaftsmagazins "The Marker" wurde sie von einer Jury zur schönsten Münze gewählt. Sie konnte sich außerdem gegen die neun Sieger der übrigen Kategorien behaupten und wurde somit zur "Münze des Jahres" gewählt. Das Zwei-Schekel-Stück mit einem eigentlichen Wert von umgerechnet rund 0,4 Euro, ist die 16. Gedenkmünze in einer Folge mit Bildern aus der Bibel.

"Krause Publications" ist ein führender Hersteller von Münzen und Papiergeldbüchern. Es ehrt jährlich die besten Münzen im Rahmen des "World Money Fair in Berlin" mit dem Award zur "Münze des Jahres".


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ISRAELNETZ, Donnerstag, 19. Januar 2012
 
Von M. Schubert
Tausende protestieren gegen Rassismus
JERUSALEM (inn) - In der israelischen Hauptstadt Jerusalem haben am Mittwoch tausende Menschen gegen Rassismus demonstriert. Grund für die Demonstration ist die Diskriminierung gegenüber der äthiopischen Gemeinschaft in Israel.
Auf den Transparenten der Demonstranten stand "Stoppt Rassismus" oder "Heute bin ich es, morgen bist du es". Laut der israelischen Tageszeitung "Yediot Aharonot" hatten sich rund 5.000 Menschen versammelt.

Vor der Demonstration bekundeten einige Knesset-Mitglieder, darunter die Vorsitzende der Arbeitspartei Schelly Jachimovitch und die Kadima-Vorsitzende Zippi Livni, ihre Unterstützung für die Proteste. Livni sagte gegenüber "Yediot Aharonot": "Die äthiopischen Immigranten sind nach Israel eingewandert, um den Zionismus zu stärken und viele von ihnen gingen auf dem Weg nach Israel verloren. Anstatt dass wir sie jetzt akzeptieren, erleben wir Rassismus in der israelischen Gesellschaft und das Versagen der Regierung beim Umgang mit diesem Thema." Jachimovitch äußerte sich: "Diese jungen Leute nehmen das Problem selbst in die Hand. Das wird eine Veränderung in der israelischen Gesellschaft bringen."

"Ich habe kein anderes Land"

Ein Anführer der Demonstration war der 26-jährige Student Mulet Hararo, der seinen Marsch bereits am Montag von Kirijat Malachi nach Jerusalem startete. Im Jerusalemer Unabhängigkeitspark erzählte er der Menge: "Ich bin die dritte Generation der Marschierenden. Meine Großmutter (…) begann zu marschieren und verfolgte die Hoffnung eines 3.000 Jahre alten Traums aller Mitglieder der Gemeinschaft. Sie liefen wochenlang auf unpassierbaren Straßen, Männer, Frauen und Kinder." Er fügte hinzu: "Ich bin ein stolzer Israeli mit äthiopischer Abstammung. Ich marschiere mit der israelischen Flagge, und weil Israel das Zuhause aller Juden ist, ist Israel auch unser Zuhause. Ich habe kein anderes Land."

In Israel leben etwa 110.000 äthiopische Juden. Schätzungen zufolge gibt es noch rund 20.000 Falaschmuras in Äthiopien. Falaschmura heißen die äthiopischen Juden, deren Vorfahren zwangschristianisiert worden waren. Einige der Wartenden leben bereits seit nahezu einem Jahrzehnt in den Zwischenlagern. Viele haben Familienangehörige, die schon in Israel sind.


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ISRAELNETZ, Donnerstag, 19. Januar 2012
 
Von M. Schubert
Israelischer Film auf "Oscar-Shortlist"
LOS ANGELES (inn) - Der israelische Beitrag "Footnote" hat es auf die "Shortlist" für den Oscar in der Kategorie "bester fremdsprachiger Film" geschafft. Joseph Cedars Werk erzählt die Geschichte eines Machtkampfes zwischen Vater und Sohn. Beide lehren an der Hebräischen Universität Jerusalem.
Vorläufig stehen in dieser Kategorie insgesamt neun Filme auf der Liste. Am 24. Januar werden die fünf offiziell nominierten Beiträge von der "Acadamy of Motion Picture Arts and Sciences" bekannt gegeben. Das meldet die israelische Tageszeitung "Yediot Anaronot".

Cedar reagierte auf die Nachricht: "Wir sind so glücklich und aufgeregt, auf der Shortlist zu sein, aber richtige Bedeutung hat die Auswahl in der kommenden Woche." Im Mai 2011 gewann der Regisseur und Drehbuchautor bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes mit seinem Werk "Footnote" den Preis für das beste Drehbuch. Bereits 2008 war Cedar mit seinem Film "Beaufort" für den Oscar nominiert, was ihm den Ruf als einen der renommiertesten israelischen Filmemacher einbrachte.


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Der Hacker-Krieg in Nahost

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 19. Januar 2012

Am Donnerstag erwischte es Banken in den arabischen Emiraten und die Zentralbank im Gazastreifen. Eine israelische Hackergruppe habe sie laut Medienberichten lahm gelegt. Am Mittwoch war die Tawadul (Börse) von Saudi Arabien unzugänglich. Die Saudis dementierten, aber am Donnerstag war deren Webseite immer noch nicht erreichbar. Israelische Hacker behaupteten Anonym im Fernsehen, nur einen "Warnschuss" abgegeben und "keinen größeren Schaden angerichtet" zu haben. Zuvor hatte "Omar" aus Saudi Arabien die Internet-Zugänge zur Tel Aviver Börse, die Web-Seiten von El Al und anderer israelischer Firmen gesperrt. Im Nahen Osten scheint ein virtueller Krieg ausgebrochen zu sein. Fast jeden Tag wird ein anderes Ziel zu Fall gebracht.
Obgleich das englische Wort "Hacker" im Hebräischen üblich ist, hat die Akademie für die Hebräische Sprache inzwischen zwei Wortschöpfungen vorgestellt, damit in den Nachrichten ein original-hebräisches Wort verwendet werde. Da wird zwischen einem Hacker unterschieden, der nur stört und vielleicht eine Nachricht auf der angegriffenen Homepage hinterlässt und Hackern, die in die Computer einzudringen, geheime Daten stehlen und Zerstörungen anrichten.
Der "saudische Hacker" Omar Habib, 19, hat von Pachuca in Mexiko aus Zehntausende persönliche Daten israelischer Kreditkartenbesitzer ergattert und veröffentlicht, angeblich von schlecht gesicherten Kundenlisten israelischer Firmen. Die Kreditkartenfirmen reagierten schnell und sperrten die Kartennummern für Einkäufe im Internet. Bei der Tel Aviver Börse und bei EL AL sei kein echter Schaden entstanden, sagten deren Sprecher. Die Hacker hätten die Zugänge zu den Webadressen mit Anfragen überflutet, sodass sie für normale Benutzer nicht mehr zugänglich waren.
Der israelische Vize-Außenminister Dani Ayalon bezeichnete die Angriffe als "Terroranschläge". "Die USA haben erklärt, dass jeder Angriff auf den kybernetischen Raum einer Kriegserklärung gleichkomme und einen Raketenangriff nach sich ziehen könnte", sagte Ayalon. "Das ist ein gutes Modell für uns alle." Der Hacker Omar hackte daraufhin die Webseite von Ayalon und forderte eine Entschuldigung.
Der Internet-Krieg hat nicht erst gestern begonnen. Schon seit Jahren verkünden immer wieder gehackte israelische Webseiten vom "siegreichen Kampf des palästinensischen Widerstandes". Gelegentlich trifft es Internetauftritte der israelischen Armee und sogar des Mossad. Entweder stürzen  sie ab oder verbreiten feindliche Propagandasprüche, bis Techniker den Schaden wieder kuriert haben. Auch türkische Hacker haben sich schon auf israelischen Webseiten angemeldet. Einige vermeintlich palästinensische oder arabische Hackerangriffe sollen sogar von Computern in Israel selbst ausgegangen sein. Israelische Banken und Kreditkartenfirmen blockierten Anfang der Woche als Gegenmaßnahme den Zugang von Nutzern aus Arabischen Ländern. Doch das nützte nicht viel. Gil Shwed, Gründer der israelischen Computerfirma Check Point, erklärte der Zeitung Haaretz, dass arabische Hacker Computer in Israel als Schnittstelle zu benutzen.
Israelische Start-up Firmen waren unter den ersten in der Welt, die kurz nach der Erfindung des Internet Sicherheitsprogramme herstellten und in aller Welt erfolgreich verkauften. Sie kannten die Schutzmaßnahmen, sich vor ungewünschten Viren, Trojanern, Würmern und anderen elektronischen Schädlingen zu schützen. Gleichzeitig wurden sie verdächtigt, selber Viren verbreitet zu haben, um ihre Anti-Viren-Programme gewinnbringend zu verkaufen.
Jenes berühmt gewordene Virus Stuxnet, das angeblich über Siemens-Computer in den Iran gelangt ist und mit Computerbefehlen die Zentrifugen zu Anreicherung von Uran durchdrehen ließ, sei laut Medienberichten von israelischen und amerikanischen Experten entwickelt worden sein.
Hackerattacken sind ärgerlich aber nicht wirklich schädlich, solange sie nicht in Computersysteme eindringen, die Verkehrsampeln, die Stromverteilung oder militärische Anlagen steuern. Israelische Sicherheitsexperten schwören, dass ihre lebenswichtigen Systeme "absolut sicher" seien.
Dem widersprechen lachend drei blinde palästinensische Brüder aus Kafr Kassam bei Tel Aviv, Mundir, Mushid und Schadi Badir. In einem Fernsehinterview sagten sie: "Nur wer kein Handy benutzt, den Strom ausschaltet und den Laptop wegwirft ist sicher vor Angriffen aus dem Netz." Die Brüder saßen schon im Gefängnis, weil sie geheime Pfeiftöne von Telefongesellschaften hören und entziffern konnten. Auf fremde Kosten führten sie teure Auslandsgespräche indem sie mit Pfeiftönen die Rechnungscomputer der Handyfirmen umprogrammierten. Mit 91 Hertz werde eine Rechnung belastet und mit 97 Hertz das Gespräch beendet. Die Brüder, wegen Inzucht von Geburt an blind, hätten schon im Alter von acht Jahren Dinge gehört, die andere Menschen nicht hören können. Nach monatelangen Ermittlungen wurden sie 1999 verhaftet, nachdem sie die Telefonzentrale des Armeesenders gehackt hatten. Bis heute ist unbekannt, mit welchen Methoden sie wirklich arbeiteten. Nach fünfjähriger Haft, inzwischen zum Besseren bekehrt, von israelischen Sicherheitsfirmen zurückgewiesen, beraten sie heute von Kafr Kassem aus Firmen und Banken in den arabischen Emiraten und warnen sie vor Sicherheitslücken. Die Tastatur ihrer Handys und der "Werkzeugkasten in ihren übernatürlich empfindlichen Ohren" dient ihnen als Arbeitsgerät. (C) Ulrich W. Sahm

 
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NEWSLETTER DER ISRAELISCHEN BOTSCHAFT BERLIN, Mittwoch, 18. Januar 2012
 
Gedenken an Raoul Wallenberg
 
Von Tal Gat
Der Autor ist Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit an der Botschaft des Staates Israel in Berlin.
In diesem Jahr begehen wir den 100. Geburtstag von Raoul Wallenberg. Dies ist ein guter Anlass, an seine mutigen Taten zu erinnern, um sein Andenken auch für die nächsten Generationen lebendig zu halten.
Nachdem die ersten Augenzeugenberichte aus den deutschen Vernichtungslagern die Weltöffentlichkeit erreichten, gründeten die USA das War Refugee Board. Aufgabe des Board war die Rettung der noch lebenden europäischen Juden vor der Vernichtung. Raoul Wallenberg, Sohn einer reichen schwedischen Unternehmerfamilie, wurde 1944 als Leiter der schwedischen Gesandtschaft mit Unterstützung des War Refugee Boards nach Budapest entsandt, um bei der Rettung der ungarischen Juden zu helfen.  
Wallenberg konnte für seine Mission bereits auf einer Vorarbeit aufbauen: Per Anger, ein junger Diplomat der schwedischen Gesandtschaft, hatte bereits begonnen, schwedische Pässe für Juden auszustellen, die Verwandte oder Geschäftspartner in Schweden hatten. Und Anger stellte auch spezielle Dokumente für Juden aus, die sich um eine schwedische Staatsbürgerschaft beworben hatten.
Wallenbergs erste Amtshandlung war der Entwurf sogenannter Schutzpässe. Diese besaßen zwar eigentlich international keine Gültigkeit, doch durch seine geschäftlichen Erfahrungen mit Deutschland wusste Wallenberg, dass eine aufwendige Gestaltung mit offiziellen Wappen und Stempeln den Nationalsozialisten Respekt einflößen würde. Wallenberg erreichte ein Abkommen mit den ungarischen Behörden, 4.500 solcher Pässe anfertigen lassen zu dürfen – und druckte schließlich drei Mal so viele.
Doch die Schutzpässe waren erst der Anfang. Wallenberg eröffnete sogenannte „Schwedische Häuser“, in denen sich Juden verstecken konnten. 15.000 Juden fanden Zuflucht in den Häusern, die lediglich durch eine schwedische Flagge geschützt waren – und durch Wallenbergs Behauptung, dass es sich bei den Häusern um schwedisches Staatsgebiet handele.  
Die Diplomaten anderer Länder waren anfangs von Wallenbergs Bemühungen überrascht, doch bald überzeugten sie seine Erfolge bei der Rettung von Juden von der Richtigkeit seines Handelns. Gesandtschaften anderer neutraler Länder folgten seinem Beispiel, stellten Schutzpässe aus und eröffneten Schutzhäuser.
Obwohl das Ende des Zweiten Weltkriegs bereits abzusehen war, ging die Judenvernichtung weiter. Adolf Eichmann, verantwortlich für die „Endlösung der Judenfrage“, befahl Todesmärsche der ungarischen Juden, bei denen zehntausende hungernder Männer, Frauen und Kinder gezwungen wurden, bei eisigen Temperaturen hunderte Kilometer weit zu laufen. Unzählige starben dabei.
Auch angesichts dieser grausamen Verbrechen blieb Raoul Wallenberg nicht untätig. In seinem Auto folgte er den Todesmärschen und versorgte die Menschen mit Essen, Kleidung, Medizin und seinen Schutzpässen. Durch Drohungen und Bestechung konnte er diejenigen Juden freipressen, die schwedische Pässe besaßen und sie mit zurück nach Budapest nehmen.      
Auch die Deportationen in Zügen versuchte Wallenberg aufzuhalten: Unter den Augen bewaffneter Wehrmachtssoldaten kletterte er in Zugwaggons, die nach Auschwitz fahren sollten, verteilte seine Pässe und forderte, dass die Juden mit schwedischen Schutzpässen sofort aus den Zügen aussteigen dürften.
Mitte Januar 1945 plante Eichmann die Ermordung aller Juden im Budapester Ghetto. Wallenberg erfuhr von dem Plan und wurde sofort aktiv. Da er selbst diesen Plan nicht aufhalten konnte, musste er sich an den Mann wenden, der dazu in der Lage war, den deutschen Wehrmachtsoffizier Generalmajor Gerhard Schmidhuber. Über einen Vermittler ließ Wallenberg dem Generalmajor einen Brief zukommen, indem er Schmidhuber drohte, ihn nach Ende des Krieges persönlich für das Massaker verantwortlich zu machen und als Kriegsverbrecher anzuklagen. Diese Drohung verfehlte ihre Wirkung nicht, und das Massaker wurde in letzter Minute verhindert. 
Kurze Zeit später marschierte die Rote Armee in Ungarn ein. 120.000 ungarische Juden waren der „Endlösung“ entkommen. Es ist nicht genau bekannt, wie viele von ihnen durch die Hilfe von Raoul Wallenberg überleben konnten, doch wird ihm nachgesagt, mehreren zehntausend Juden das Leben gerettet zu haben. 
Nach dem Krieg hätte Wallenberg nach Schweden zurückkehren sollen, um dort als gefeierter Held bis an sein Lebensende glücklich zu leben, geehrt von denen, die er gerettet hatte und ihren Kindern und Enkeln. Doch leider kam es anders.
Am 17. Januar 1945 wurde Raoul Wallenberg von sowjetischen Soldaten abgeholt und in ihr Budapester Hauptquartier gebracht. Bereits auf dem Weg dorthin sagte er zu einem Kollegen, er werde nun entweder Gast oder Gefangener der Russen sein. Seit diesem Tag ist Raoul Wallenberg verschollen, sein Schicksal ist bis heute unbekannt.
In den dunklen und grausamen Jahren 1944 und 1945 waren Wallenbergs Handlungen ein heller Hoffnungsschimmer für viele von der Vernichtung bedrohte Juden in Ungarn. Deshalb bewahren wir und die Generationen von Familien, die dank seiner mutigen Taten am Leben sind, die Erinnerung an sein Erbe. Der US-Kongressabgeordnete Tom Lantos, der dank Wallenberg die Schoah überlebt hat, hat bewirkt, dass Wallenberg zum Ehrenbürger der USA ernannt wurde. Wallenberg ist außerdem Ehrenbürger von Kanada und Israel.
Wenn wir des 100. Geburtstags von Raoul Wallenberg gedenken, erinnern wir an sein Erbe, an seinen Beitrag zu unserer Welt, in einer Zeit, in der der Antisemitismus erneut sein hässliches Haupt erhebt. Raoul Wallenberg darf niemals vergessen werden.
 
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ISRAELNETZ, Mittwoch, 18. Januar 2012
 
Von M. Ströher
"Scorpions" kommen erneut nach Israel
TEL AVIV (inn) - Die deutsche Rockband "Scorpions" kehrt am 7. Mai nach Israel zurück. Sie freue sich auf das Wiedersehen mit ihren Fans, da diese für die Band etwas ganz Besonderes seien. Dies gab Leadsänger Klaus Meine in der israelischen Tageszeitung "Yediot Aharonot" bekannt.
Nach ihrer Gründung 1965 in Hannover beendet die Musikgruppe ihre Karriere mit einer dreijährigen Abschlusstournee um die Welt. Die "Scorpions", eine der bekanntesten Heavy Metal Gruppen der vergangenen Jahrzehnte, startet zu ihrem letzten Tournee. Die Band wurde Anfang der 70er Jahre berühmt und erlangte schließlich Weltruhm mit ihren Songs wie "Wind of Change" und "Still Loving You". In Israel sind die "Scorpions" zuletzt 2005 aufgetreten. Das Land darf sich auf weitere prominente Künstler freuen: 2012 wollen auch die Band "Red Hot Chili Peppers", Madonna und Lady Gaga für Konzerte nach Tel Aviv kommen.

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ISRAELMAGAZIN, Freitag, 20. Januar 2011
“Oase in Jerusalem: Das American Colony Hotel”
Die Geschichte des „American Colony” reicht bis ins späte 19. Jahrhundert zurück. Die fundamentalistisch christliche Familie von Horatio und Anna Spafford verließen 1881 ihre Heimatstadt Chicago, um in der für sie heiligen Stadt Jerusalem zu leben. Wegen ihrer Wohltätigkeit hatten sie bald Vertrauen gewonnen. Ihr soziales Engagement sprach sich herum. Von den Nachbarn wurde die Familie “die Amerikaner” genannt. 1894 folgten ihnen 70 Schweden aus den USA, zwei Jahre später kamen weitere 55 Glaubensbrüder nach Jerusalem. Sie kauften einen ehemaligen Pascha-Palast.
Als Baron Ustinov – der Großvater des Schauspielers Sir Peter Ustinov – 1902 eine Unterkunft in Jerusalem für seine Besucher aus Europa und Amerika suchte, er aber die türkischen Gasthäuser für unzumutbar hielt, entstand das American Colony Hotel. Bis heute ist das Hotel im Familienbesitz. Die neutrale Haltung der Besitzer im Nahost-Konflikt hat das Hotel zum beliebten und auch geheimen Treffpunkt für Israelis und Palästinenser gemacht, beispielsweise 1993 für die Friedensgespräche, die zum Oslo-Vertrag führten. Nahost-Quartett-Leiter Tony Blair hat sein Büro im Colony. In erster Linie aber ist das Colony ein wunderschönes, luxuriöses und weltoffenes Hotel.