CHAVERIM - Freundschaft mit Israel e.V.
Anerkannter Kulturträger der Stadt Norderstedt
wir danken allen ganz herzlich, die wieder unserer Bitte gefolgt sind, zum Holocaust-Gedenktag an die KZ-Gedenkstätte Wittmoor im Fuchsmoorweg in Norderstedt zu kommen. Ich danke Ayala Nagel, dass sie mich vertreten hat, da ich beruflich einen unverlegbaren Termin hatte. 30 liebe Menschen haben an der Gedenkzeit teilgenomen, herzlichen Dank dafür. Ich klinke Ihnen unten die Reden von Stadtpräsidentin Kathrin Oehme, Ayala Nagel und mein Grußwort ein.
Wieder einmal ein Vorstoss, Israel nach Deutschland zu transferieren - frei nach Ahmedinedjad: Diesmal ist es der jüdische Künstler Ronen Eidemann, der zu einem Gelobten Land in Deutschland ausruft. Nicht Hessen, nicht Schleswig-Holstein, nein Thüringen soll es sein - mit Weimar als Hauptstadt, schließlich hätten hier einst Goethe und Schiller gewirkt. Nun denn.
Dann schon lieber TuBiSchwat, das Neujahrsfest der Bäume,
das am 15. Tag des hebräischen Monats Schwat gefeiert wird, in diesem Jahr am Mittwoch, 8. Februar. In Israel beginnt am Sukkoth-Fest im Herbst die Regensaison, und im Monat Schwat soll die Erde so weit mit Regen gesättigt sein, dass Bäume gepflanzt werden können und somit ausreichend Nahrung finden.
Traditionelle Vorschriften: Am Tu BiSchwat werden Früchte der heiligen sieben Arten gegessen: Oliven, Datteln, Trauben, Feigen und Granatäpfel. Außerdem gibt es den Brauch, Johannisbrot zu essen.
Und außerdem können natürlich auch Bäume im Norderstedt-Wald im Wald der deutschen Länder zu Tu BiSchwat gepflanzt werden.
Den Norderstedt-Wald weihen wir am 1. März offiziell ein. Stadtpräsidentin Kathrin Oehme ist dabei, Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote auch. Darüber freuen wir uns sehr. Wer mitfahren will - es gibt noch einen Platz! - verwendet bitte das Anmeldeformular im Anhang zu dieser Mail. Reiseroute und -preise sehen Sie ebenfalls im Anhang. Wir würden uns freuen, wenn Sie mitkommen! Die Reise startet am 25. Februar. Am 4. März landen wir wieder in Hamburg.
Das Festival "Sounds of Israel" in Hamburg können Sie trotz der Reise erleben: Es findet vom 11. bis 19. Februar auf vielen Hamburger Bühnen statt! Und bietet Phänomenales wie NOA mit den Hamburger Symphonikern, Avishai Cohen, Duo Amal, Shesh Besh, usw. Mehr unter www.sounds-of-israel.de
Auch Norderstedt wartet mit einem Festival auf: Nach unserer Einweihungsreise. Von Sonnabend, 17. März, bis Sonntag, 1. April, wird das KULTURWERK AM SEE in Norderstedt mit einer zweiwöchigen Veranstaltungsserie eingeweiht. CHAVERIM ist am Sonntag, 18. März, 19 Uhr, mit dem israelischen Autor Jehoschua Kenaz dabei, der sein neustes Buch "Die Nachmittagsvorstellung" vorstellt. Das Buch mit Geschichten, die alle miteinander verflochten sind, erscheint zur Leipziger Buchmesse im Luchterhand-Verlag. Die deutsche Stimme übernimmt der Schauspieler Ralf Hutter. Unter www.kulturwerk-am-see.de gibt es mehr.
Und nun:
Ein herzliches Shalom
und eine erfolgreiche, sonnige Woche!
Ihre
Heike Linde-Lembke und Ayala Nagel
(Vorsitzende CHAVERIM)
Kino-Tipp!
“Ein Sommer in Haifa” ab 2. Februar in deutschen Kinos
Haifa im Sommer 1968. Arik nimmt einen Ferienjob an. Er arbeitet für Yankele Braid, einen Ehevermittler. Yankele ist Holocaust-Überlebender und arbeitet in einem Büro im Hinterzimmer eines Kinos, das nur Liebesfilme zeigt.Arik lernt durch Yankele eine neue Welt kennen. Avi Neshers Film spielt zwischen dem Nachkriegstrauma und der kulturellen und sexuellen Revolution der 1960er Jahre.
EIN SOMMER IN HAIFA von Avi Nesher.
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Freitag, 27. Januar, 15.30 Uhr:
Gedenkzeit zum Holocaust-Gedenktag am KZ Wittmoor im Fuchsmoorweg in Norderstedt:
Vorab danke ich wieder Katja Krüger für ihr Spiel auf der Querflöte. Sie spielte "Elie, Elie" und das Kaddisch, das jüdische Totengebet von Maurice Ravel. Katja Krüger gibt der Gedenkfeier mit ihrem Spiel immer wieder eine tröstliche, zuversichtliche Note.
Stadtpräsidentin Kathrin Oehme - Rede:
Meine Damen und Herren,
lassen Sie mich mit einer bewusst rhetorisch, provokanten Frage beginnen und dann kurz auf drei tagesaktuelle Situationen eingehen:
Braucht Deutschland 67 Jahre nach Kriegsende noch einen Holocaustgedenktag?
Glinde. Unter Protest linker Gruppen hat im September 2011 in Glinde das Modegeschäft Tonsberg eröffnet, das die in Neonazikreisen beliebte Bekleidungsmarke Thor Steinar in Umlauf bringt. Die 17.000-Einwohner-Stadt im Kreis Stormarn macht mit dem Slogan „Glinde ist bunt, nicht braun“ gegen die rechte Szene mobil.
Ratzeburg. Am vergangenen Sonnabend hatte Bürgervorsteher Ottfried Feußner zu einer Demonstration gegen Neonazis in Ratzeburg aufgerufen. Auch hier war das Motto „Ratzeburg ist bunt, nicht braun“. Auslöser waren Morddrohungen gegen Bürgermeister Voss und ausländerfeindliche Parolen, die am 13. Januar unter anderem an das Rathaus der Kreisstadt geschmiert wurden. Bereits in der Silvesternacht skandierte eine Gruppe überwiegend jugendlicher Personen ausländerfeindliche Parolen.
Norderstedt. „Ich bin 60 Jahre alt und seit 1973 in einem Kleingarten aktiv… Nun zum Problem: Auch ich möchte keine Türken, Polen, Russen, - Neger – die nennt man heute wohl Schwarzafrikaner bzw. Afrikaner – und weitere Zugewanderte als Nachbarn haben. Alle diese Zugewanderten haben eine andere Wesensart, andere Sitten, die ich nicht mag. Diese Sitten muss ich auch nicht mögen. Niemand kann mich zwingen. Im Übrigen bin ich ein freier Bürger in meinem Vaterland Deutschland, und ich möchte weiterhin die Freiheit haben, mir auszusuchen, mit wem ich mein Hobby teile,…“ („Panzer Meyer“ aus Ostdeutschland per Mail zur Migrantenquote im Kleingartenverein)
Meine Damen und Herren: Deutschland braucht, WIR brauchen auch 67 Jahre nach Kriegsende einen Holocaustgedenktag – und das vielleicht dringender als in der ganzen jüngeren Geschichte.
Ein vom Bundestag veranlasster Expertenbericht, der am letzen Dienstag vorgelegt wurde, belegt, dass nicht nur in rechtsextremen und islamistischen Milieus, sondern auch im „ganz normalen Alltag“ der Antisemitismus in erheblichem Umfang in der deutschen Gesellschaft verankert ist. Es gebe mittlerweile eine „bis weit in die Mitte der Gesellschaft verbreitete Gewöhnung an alltägliche judenfeindliche Tiraden und Praktiken“.
„Antisemitismus in unserer Gesellschaft basiert auf weit verbreiteten Vorurteilen, tief verwurzelten Klischees und auf schlichtem Unwissen über Juden und das Judentum“, sagte der Historiker Peter Longerich. Beispielsweise schallen immer noch „rassistische, rechtsextreme und antisemitische Parolen“ von den Tribünen der deutschen Fußballplätze. Sätze wie „Juden gehören in die Gaskammer“, „Auschwitz ist wieder da“ und „Synagogen müssen brennen“ seien bei Wettkämpfen in der Regionalliga keine Seltenheit.
In Schulen gehöre das Schimpfwort „Jude“ vielerorts schon fast zum Allgemeingut.
Das Internet spielt nach Angaben der Kommission bei der Verbreitung von Antisemitismus in Deutschland eine entscheidende Rolle: Es beschleunigt die Verbreitung des Gedankenguts.
Die Wissenschaftlerin Juliane Wetzel kritisierte: „Eine umfassende Strategie zur Bekämpfung des Antisemitismus in Deutschland existiert nicht.“ Judenfeindlichkeit lasse sich aber nur langfristig und mit nachhaltigen Maßnahmen angehen. Die bisherigen Projekte liefen uneinheitlich und unkoordiniert. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) mahnte, das Problem des Antisemitismus sei kein punktuelles, sondern ein dauerhaftes.
Und deshalb meine Damen und Herren: JA! Deutschland braucht, WIR brauchen auch 67 Jahre nach Kriegsende einen Holocaustgedenktag!
Heute meine Damen und Herren, ist in Deutschland Holocaust-Gedenktag. An diesem Tag erinnern wir uns an die über sechs Millionen Juden und die vielen anderen Opfer, die während der nationalsozialistischen Herrschaft ermordet wurden.
Im Jahr 1996 erklärte der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum nationalen Gedenktag zum „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“.
Das Datum wurde bewusst gewählt, denn heute vor 67 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau – das größte deutsche Konzentrationslager im Zweiten Weltkrieg – von den Truppen der Roten Armee befreit.
In Auschwitz wurden während des Nationalsozialismus etwa 1,5 Millionen Juden sowie viele tausend Sinti, Roma und Polen umgebracht. Auch sowjetische Kriegsgefangene und Häftlinge unterschiedlicher Nationalitäten wurden hier gefoltert, gequält und ermordet. Als Auschwitz befreit wurde, bot sich den Soldaten ein entsetzliches Bild: Als einer der ersten betrat der Frontdolmetscher Nikolai Politanow das Nazi-Todeslager und sah mit eigenen Augen, was bis heute manche Unbelehrbaren leugnen.
„Als wir am Vormittag des 27. Januar 1945 mit unseren Panzern vor dem Haupttor des KZ-Lagers Auschwitz vorfuhren, hatten die Bewacher bereits Lunte gerochen - sie waren zum Teil bereits geflohen. Nur noch wenige waren geblieben, und manche hatten sich selbst zur Strecke gebracht.
Keiner leistete Widerstand. Das Haupttor des Lagers war verschlossen. Unser Panzer durchbrach es. Ein Lastwagen nach dem anderen, besetzt mit Soldaten, fuhr auf das Lagergelände.
Unsere Soldaten sprangen aus den Militärlastwagen, entwaffneten das verbliebene Wachpersonal des Lagers und nahmen es in Gewahrsam… …schon von weitem konnten wir sehen, dass die Heizer der Krematorien im rund drei Kilometer entfernten Birkenau mit ihrer Arbeit fortfuhren. Rauch und Stichflammen schlugen dort aus den zwei Kaminen. Die restlichen Schornsteine waren nicht in Betrieb…. …dann nahmen wir die Krematorien in Augenschein, den Kern der Menschenvernichtungsmaschinerie… …die Öfen waren noch heiß und manche brannten noch lichterloh, als wir näher kamen. Die verrußten Heizer waren erstaunt, als sie uns Offiziere und Soldaten sahen.
Es waren kräftige Gestalten, meistens Kapos, Leute aus den Reihen der Gefangenen selbst. Sie begrüßten uns mit einem verstohlenen Lächeln auf den Gesichtern, einer Mischung aus Angst und Freude. Wie auf Kommando warfen sie ihre Schürhaken weg. Einen von ihnen, einen Ukrainer, fragte ich: „Warum hast du das getan?“ und deutete auf den Ofen. Ohne mit der Wimper zu zucken antwortete er: „Sie haben mich nicht gefragt, ob ich es wollte. Nein, ich wollte es nicht. Aber lieber heizen, als selbst verheizt zu werden. Deshalb habe ich es getan. Ich war sprachlos, konnte nur den Kopf schütteln. Gedankenverloren standen alle herum. Niemand achtete jetzt auf die brennenden Öfen. Schluss! Raus mit euch!, befahl unser kommandierender Oberleutnant Sergejew, dem der Geduldsfaden riss. Draußen angekommen sagte er mit erschrockener, stockender Stimme: Das kann doch nicht sein, mitten im 20. Jahrhundert…“
(Nikolai Politanow, geboren 1928 in Stawropol, diente ab 1943 in der Roten Armee. Nach dem Krieg lebte er Frankreich, Italien und Deutschland, seit den siebziger Jahren ist er in Bayern sesshaft. Seine Erinnerungen an Auschwitz wurden um 1970 verfasst – nachzulesen unter einestages Zeitgeschichten auf Spiegelonline.)
JA! Deutschland braucht, WIR brauchen auch 67 Jahre nach Kriegsende einen Holocaustgedenktag!
Ihnen meine Damen und Herren, möchte ich ganz herzlich danken, dass SIE trotz des ungemütlichen Wetters, hier und heute immer wieder IHRE persönliche Anteilnahme demonstrieren.
Und ich bin froh und dankbar, dass es hier bei uns in Norderstedt zusammen mit IHNEN meine Damen und Herren, zusammen mit Chaverim, den Kirchen, Vereinen und Verbänden – und vor allem auch der kommunalen Politik – ein breites demokratisches Bündnis gibt. Ein demokratisches Bündnis, das gemeinsam „den Anfängen wehrt“ und jeder Form von Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus entschieden entgegen tritt.
JA! Deutschland braucht, WIR brauchen auch 67 Jahre nach Kriegsende einen Holocaustgedenktag!
Meine Damen und Herren, in diesem Sinne möchte ich Sie jetzt bitten, im Gedenken an die Opfer des Holocaust, aber auch als ein Zeichen der Hoffnung für Frieden und Befreiung mit mir gemeinsam zur Kranzniederlegung zu schreiten.
Ayala Nagel ging in ihrer Rede
auf die Wahl und die Feier der Amtseinführung Shlomo Bistritzkys zum Hamburger Landesrabbiner ein. Sie ging besonders auf die berührende Tatsache ein, dass Loeb Bistritzky, Großvater von Hamburgs neuem Landesrabbiner, 1937 aus Hamburg flüchten musste, 2006 aber zur Einweihung des Chabad Lubawitsch Zentrums an der Rentzelstraße in seine Heimatstadt zurück kehrte. Loeb Bistritzky wollte Hamburg nie wieder betreten. Das Engagement seines Enkels für das Judentum in unserer Nachbarstadt versöhnte ihn. Ich berichtete bereits im vorigen Newsletter über diese Feierstunde in der Hamburger Synagoge.
Grußwort Heike Linde-Lembke:
Herr Thoele bat mich, ihn heute zu entschuldigen, da er sich bei der Glätte nicht auf den Weg ins Wittmoor traut. Er wird aber in Gedanken bei der Gedenkveranstaltung sein und lässt Sie alle herzlich grüßen.
Gern wäre auch ich wie immer so auch heute hier gewesen, doch ein beruflich wichtiger Termin lässt sich leider nicht verschieben. Ich möchte Ihnen, vor allem den Jugendlichen unter Ihnen, mit Ralph Giordano zurufen: "Seid mutig und wehret den Anfängen." Dieses hat er auch als Reaktion auf die unerträgliche Verfassungsschutz-Affäre "Zwickau" gesagt. Heute steht ein großes Interview mit Ralph Giordano, der in Hamburg wieder den Bertini-Preis an Jugendliche verleiht, im Hamburger Abendblatt mit der Überschrift "Wir waren da – das war unser einziges Verbrechen". Diese Aussage charakterisiert ergreifend das gesamte Verbrechen der Nazis, das wir heute Holocaust oder Shoah nennen. Ich bitte Sie alle, das Interview zu lesen, Ralph Giordano erzählt in der ihm eigenen, von seiner Heimatstadt Hamburg geprägten Sprache aus seinem Leben, mehr noch; seinem Überleben. Und er sagt auch, dass die Heimat der Überlebenden, dass Israel noch nie so bedroht war wie heute!
Ich durfte ihn persönlich in einem Interview kennenlernen und bin sehr dankbar für diese Begegnung, denn Ralph Giordano macht Mut zum Leben, macht Mut, gegen Rechtsradikalismus aufzustehen. Folgen wir ihm, seien wir mutig und wehren uns gegen jede Art von Rassismus, Antisemitismus und Unterdrückung – egal, von welcher Seite. Ich danke Ihnen allen, dass Sie heute gekommen sind.
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ISRAELNAETZ; Dienstag, 30. Januar 2012
Von A. Klotz
Armee raus, Fledermaus rein
TEL AVIV (inn) - Bewohner der besonderen Art: Leerstehende Bunker am Jordan dienen zahlreichen Fledermäusen als Schutzraum. Das fanden Wissenschaftler der Universität Tel Aviv heraus – und starteten nun ein Forschungsprojekt.
Rund zwölf indigene Arten von Fledermäusen konnten die Forscher bisher in den ehemaligen Bunkern der israelischen Armee ausfindig machen. Die Unterstände befinden sich in einem Gebiet, auf das Israel 1994 in einem Friedensvertrag mit Jordanien verzichtet hatte. Heute dient es als Pufferzone zwischen den beiden Ländern, wie die Tageszeitung "Yediot Aharonot" berichtet. Das Forschungsgebiet umfasst eine Länge von nahezu 100 Kilometern und befindet sich zwischen dem See Genezareth und dem Westjordanland.
"Es gibt keinen Zweifel daran, dass eine gesperrte Militärzone, in der sich keine Menschen aufhalten, Fledermäusen Lebensraum zur Entfaltung schenkt", sagte Eran Levin, Mitglied der Forschungsgruppe. Auch vom Aussterben bedrohte Arten hätten dort Unterschlupf gefunden. Jedoch sei es noch zu früh, die Anzahl der verschiedenen Arten zu beziffern. Das Projekt sei schließlich noch zu jung.
Ferner seien die Fledermäuse auch für die Umgebung von großem Nutzen. Aviam Artar von der israelischen Naturschutzbehörde sagte, dass die Säugetiere bei der Verminderung von Getreideschäden helfen. "Weil jede Fledermaus ein paar Gramm Insekten in der Nacht isst, reduzieren sie gleichzeitig den Verbrauch an Pestiziden und darin steckt sicherlich Potenzial, um ein natürliches Ernten zu erleichtern."
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UND NOCH ETWAS ZUM SCHMUNZELN:
ISRAELNETZ, Mittwoch, 01. Februar 2012
Von Dana Nowak
Israelis siegen bei Bäcker-WM
RIMINI (inn) - Ein Team aus Israel hat bei der Bäcker-Weltmeisterschaft im italienischen Rimini den ersten Platz belegt. Es konnte sich knapp gegen die Bäcker aus Deutschland durchsetzen. Der Wettbewerb fand auf der 33. SIGEP statt, der internationalen Fachmesse für Speiseeis, Konditoren- und Bäckerhandwerk. Die Teilnehmer traten in vier Kategorien gegeneinander an. Israel gewann in den Rubriken "Innovatives Brot mit Focus auf Gesundheit" und "Gebackene Desserts" und erlangte den Gesamtsieg.
In der ersten Kategorie stellten die Israelis ein grünes Pita-Brot vor, das mit Spinat gebacken wurde und mit in Pistazien gewälzten Käsebällchen und Joghurtsoße gefüllt war. Damit konnten sie sich knapp gegen die Bäcker-Nationalmannschaft aus Deutschland durchsetzen, die auf dem zweiten Platz landete. Als Nachtisch servierten sie eine Fruchtbrioche nach Schwarzwälder Art.
In der Kategorie "Traditionelles Brot" stellten die Israelis der Jury ein Vollkornbrot mit Auberginen und Pecorino vor. Damit schafften sie es auf Rang zwei. In der vierten Kategorie sollten die Bäcker ein "Brotkunstwerk" kreieren. Mit ihrem gebackenen Tamburin neben der Jakobs-Leiter und Engeln belegten die Israelis Rang vier. Dritter bei der WM wurde Australien. Das berichtet die Tageszeitung "Yediot Aharonot".
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ISRAELNETZ, Mittwoch, 01. Februar 2012
Von Elisabeth Hausen
Schneesturm und Regenrekord
JERUSALEM (inn) - Sturm und Regen halten die Israelis in diesen Tagen in Atem. Im Januar wurde mit teilweise 27 Niederschlagstagen ein 65 Jahre alter Rekord gebrochen. Auf dem Hermon mussten die Skipisten wegen Schneestürmen geschlossen werden.
In der Nacht zum Mittwoch fielen an mehreren Orten Äste auf Fahrzeuge oder Straßen. Dabei wurde jedoch niemand verletzt. Nach Angaben der Firma "Meteo-Tech" gingen in Rehovot 50 Millimeter Regen binnen 24 Stunden nieder. Den zweiten Platz dieser Liste belegt Aschdod mit 32 Millimetern, gefolgt von Tel Aviv und Netanja mit je 24 Millimetern. Für die kommenden Tage haben die Meteorologen weitere Niederschläge für große Teile des Landes angesagt. Als Schneefallgrenze wurde eine Höhe von 1.000 Metern über dem Meeresspiegel genannt, wie die Tageszeitung "Yediot Aharonot" berichtet.
Nicht nur für den See Genezareth war der Januar ein besonders niederschlagsreicher Monat. Der Wasserstand stieg um 50 Zentimeter. Laut der israelischen Wasserbehörde liegt der statistische Durchschnitt bei 35 Zentimetern. Doch sei der Pegel im Dezember nur um 3 Zentimeter gestiegen - hier liege der langjährige Durchschnitt bei 17.
Uri Schor von der Wasserbehörde sagte am Mittwoch: "Es ist wichtig, an den bestehenden Mangel zu denken, der ein Produkt der Aufeinanderfolge der letzten Jahre ist. Aktuell fehlen heute Morgen 4,31 Meter im See Genezareth, und wir befinden uns noch unterhalb der unteren roten Linie." In einem Durchschnittsjahr steigt das Gewässer um 1,60 Meter.
Rekord: 29 Regentage in Naharija
Unterdessen teilte der meteorologische Dienst mit, dass die meisten Wetterstationen des Nordens im Januar mehr als 26 Regentage verzeichnet hätten. Dabei werden alle Tage gezählt, an denen mindestens 0,1 Millimeter Niederschlag gefallen sind. Ein neuer Rekord wurde in der Küstenstadt Naharija nahe der libanesischen Grenze und in mehreren Ortschaften aufgestellt: 29 Regentage innerhalb eines Monats.
Der bisherige Rekord von 25 Tagen mit Niederschlägen stammt aus dem Januar 1947. Nach der Staatsgründung waren die regenreichsten Monate der Januar 1969 mit 23 und der Februar 1992 mit 24 Tagen.
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Schmackhafter Frieden
von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 1. Februar 2012
Im Tel Aviver Herodes Hotel fand ein internationales Gipfeltreffen der Chefs aller Chefs statt. Vertreten waren der Kreml, der Palais d´Elysée, das Bundeskanzleramt, das Weiße Haus und Monacos Prinzenpalast. Aber nicht Sarkozy, Merkel, Obama, Albert und Medwedew waren erschienen, den Nahostfrieden gemeinsam mit Israelis und Palästinensern schmackhaft zu machen, sondern die Chefköche der Mächtigsten dieser Welt.
Die Initiative zu dem Gipfel am Kochherd hatte der israelische Chef Schalom Kadosch bei einem Besuch im Kreml ergriffen. Der exklusivste Klub der Köche griff die Idee auf, bereiste das Land und griff dann zum Kochlöffel. Zu dem Dinner unter dem Titel "Für den Frieden kochen" sang Noa (Ahinoam Nini). Sie hatte dem Papst schon ein "Ave Maria" gesungen. Alle Einkünfte des gemeinsam gekochten Galadinners "für einige Dutzend Spender" kämen dem Peres-Friedenszentrum zugute. Der Sprecher der Initiative, Roi Yellin, wollte weder Namen noch die Höhe des Eintrittsgeldes "in Höhe von einigen Tausend Schekeln" verraten.
Christian Garcia (Chef des Prinzen von Monaco) bereitete ein "Rouget de méditerranée au vert, jus de poissons de roche, fenouil et haricots du pays". Wie es sich in diesen feinen Kreisen geziemt, wurde die Speisen auf dem Menü auf französisch vorgestellt, aber mit hebräischer Übersetzung für die israelischen Gäste. Gemeint sind Filets der mediterranen Rotbarbe in Fischbrühe mit Fenchel und Gartenerbsen. Ulrich Kerz repräsentierte die Kanzlerin und komponierte eine "Symphonie aus Äpfeln, Joghurt-Mousse und karamellisierten Weintrauben". Für Obama konnte nur der 26 Jahre alte und in Thailand geborene Sous-Chef Tommy Kurpradit kommen. Die Chefköchin des amerikanischen Präsidenten, Christeta Comerford, hatte sich vor der Abreise nach Israel den Arm gebrochen. Die Spezialität des Weißen Hauses nannte sich: "Lasagna mit Gemüse vom Markt, einem Mousselin aus Topinambour (Jerusalem-Artichocken) mit Trüffel-Vinaigrette".
Der Moskauer Koch Jérome Rigaud, ein Franzose, steuerte eine Borschtsuppe "nach Art des Kremls" bei. Der Leibkoch von Sarkozy präsentierte ganz unfranzösisch eine "Wiener Bar" mit Kräutern, Zucchinis und kristallisierten Tomaten.
Den israelischen Beitrag lieferte Schalom Kadosch (Chef der Fattal Hotel Gruppe). Er bereitete einen warmen Salat mit Getreidekörnern und Bohnen, eingepackt in ein Mangoldblatt mit Sauce gegrillter Paprikas.
Wie bei Gipfeltreffen der ganz Großen, wurde auch in diesem Fall die Presse zwar vorher informiert, erhielt aber "aus Sicherheitsgründen" eine strikte Sperrfrist. Aus Platzmangel in der Hotelküche war nicht erlaubt, den Chefköchen der Welt bei der Vorbereitung ihrer Delikatessen über die Schulter zu schauen.
Bei einer Pressekonferenz in Tel Aviv verrieten die Chefs einige Staatsgeheimnisse. Ulrich Kerz sagte, dass seine Chefin im Bundeskanzleramt biedere deutsche Hausmannskost vorziehe, "vor allem aus der Berliner Region". Sie habe "keinerlei Wünsche nach Diät". Ganz anders Michelle Obama. Die habe einen organischen Garten angelegt. Dem Beispiel sei der Fürst von Monaco gefolgt, verriet dessen Leibkoch. Im Weißen Haus kämen die Obama-Kinder gelegentlich in die Küche, um sich ein Sandwich nach eigenen Wünschen zu schmieren. "Schließlich sind die da zuhause", so der Thai Koch des US-Präsidenten. Im Kreml habe Wladimir Putin eine Tradition aus der Zarenzeit erneuert, den Chefkoch aus Frankreich zu importieren.
Noga Tarnopolsky der amerikanischen Zeitung Global Post durfte die Chefs exklusiv bei ihrer Tour durch Israel begleiten und konnte ihnen so zusätzliche Geheimnisse entlocken.
Kreml-Chef Rigaud dürfe nicht selber auf dem Markt einkaufen. Die von Einkäufern besorgten Zutaten würden in einem Labor untersucht, ehe sie in den Kochtopf wandern. Rigaud habe ein Team von 80 Mitarbeitern, mit denen er Staatsbanquets vorbereite. Im Kreml gehören zu jeder Mahlzeit sechs Gänge. Es sei nicht seine Aufgabe, für Medwedew persönlich zu kochen. Dennoch wusste er, dass der russische Regierungschef eine Vorliebe für Fisch habe. Der Chef im Palais d`Elysée seit Pompidou, also seit 39 Jahren, erzählte, dass Carla und Nicolas eine Vorliebe für "Fisch und weißes Fleisch in hellen Saucen" hätten.
Wirklich gesprächig war nur Christian Garcia, der für Seine Hoheit den Fürsten Albert von Monaco kocht. Der Prinz sei ein echter Gourmet. "Er liebt gutes Essen und redet gerne darüber." Charlene, Monacos neue Prinzessin, komme gelegentlich in die Küche, um mit dem Team von vier Köchen Hand anzulegen. In seinem Sommerpalast stelle Prinz Albert eigenen Käse her.
Während ihrer Tour durch den Jerusalemer Gemüsemarkt und den Fischlokalen im Hafen von Jaffo stellten die Chefs der Chefs erstaunt fest, dass Israel eines der wenigen Länder sei, in dem sich der Staatschef keinen Chefkoch halte. Das sei eine Tradition aus der Gründerzeit Israels. Damals lebte man sehr bescheiden.
Für Gastgeber Schalom Kadosch sei der Besuch der Chefkochs weit mehr als nur ein Erfahrungsaustausch rund ums Essen: "Die Chefs werden heimkehren und ihren Bossen erzählen, dass es in Israel neben Krieg, Krisen und Soldaten auch ganz anderes gibt: Gerüche, Aroma und wunderbare Farben."
Turnusgemäß werden sich die Chefs aller Chefs im nächsten Jahr in Berlin wieder treffen. (C) Ulrich W. Sahm
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ISARAELNETZ, Donnerstag, 02. Februar 2012
Von Dana Nowak
Palästinenser geleiten Soldaten sicher aus Ortschaft
RAMALLAH (inn) - Ein israelischer Soldat hat am Mittwoch bei einer Routinekontrolle in dem palästinensischen Dorf Budrus bei Ramallah seine Einheit verloren. Allerdings nahm der Vorfall für den jungen Mann ein gutes Ende: Mehrere Bewohner geleiteten ihn sicher aus der Ortschaft.
Wie die Tageszeitung "Yediot Aharonot" berichtet, seien die Soldaten von Bewohnern mit Steinen beworfen worden. Einige Armeeangehörige hätten ihre Fahrzeuge verlassen. Dann habe einer von ihnen den Kontakt zu seiner Einheit verloren und sei versehentlich in dem Dorf zurückgelassen worden. Der Israeli sei jedoch nicht verletzt worden. Mehrere Bewohner hätten ihn aus dem Ort eskortiert. Später habe er sich wieder seinen Kameraden anschließen können.
Der Vorfall wird derzeit von der Armee untersucht. Solche Vorkommnisse sind besonders kritisch, da Palästinenser immer wieder mit der Entführung von Israelis drohen. Im Oktober 2000 hatten Palästinenser zwei israelische Reservisten grausam ermordet, die versehentlich in die Stadt Ramallah gefahren waren.
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Ha'aretz, Dienstag, 31. Januar 2012
Neue orthodoxe Bewegung gründet sich
In einer Zeit, in der die Verdrängung von Frauen aus dem öffentlichen Raum durch Orthodoxe immer mehr Schlagzeilen macht, gibt es auch orthodoxe Rabbiner, die anders denken.
Am Donnerstag will sich eine neue orthodoxe Organisation gründen, deren Anliegen es ist, eine andere rabbinische Stimme zu bringen – es wird sich um die erste orthodoxe Gruppierung von Rabbinern in Israel handeln, in deren Leitung Frauen eine gleichberechtigte Rolle spielen. 110 Rabbiner und 30 Frauen mit dem Ehrentitel "Talmidot Hachamim" haben bereits ihre Unterschrift unter die Gründungserklärung der neuen Organisation "Beit Hillel" gesetzt.
Die Gründerinnen und Gründer verstehen sich als Sprecher der schweigenden Mehrheit des national-religiösen Sektors, die sich entschlossen haben, der zunehmenden Radikalisierung eines Teils der orthodoxen Öffentlichkeit entgegenzutreten. Sie erklären, sie seien einerseits nicht bereit, ohne die Halacha, das jüdische Religionsgesetz, zu leben, andererseits jedoch auch nicht daran interessiert, sich von der israelischen Gesellschaft und dem modernen Leben abzukapseln.
Wie das Gründungsmanifest, das am Donnerstag verabschiedet werden soll, besagt, unterstützt die Gruppe "die Stärkung von Frauen, ist gegen Benachteiligung und Rassismus, unterstützt Demokratie, sieht sich selbst als untrennbarer Teil der israelischen Gesellschaft und ist dem Staat Israel und seinen Institutionen – einschließlich der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte – treu."
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ISRAELNETZ, Donnerstag, 26. Januar 2012
Von Elisabeth Hausen
Palästinensische Olivenernte gut mit Armee koordiniert
RAMALLAH / JERUSALEM (inn) - Die israelisch-palästinensische Zusammenarbeit bei der Olivenernte hat in dieser Saison sehr gut funktioniert. Es gab deutlich weniger Beschwerden und Auseinandersetzungen mit Siedlern als im Vorjahr. Dies gab das israelische Militär am Mittwoch bekannt.
Nach Angaben des palästinensischen Olivenrates konnten die Landwirte im Westjordanland 800 Kilogramm Früchte pro Hektar einbringen. Auf etwa 45 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche der Palästinenser werden Oliven erzeugt. Insgesamt stehen auf rund 53.000 Hektar fast acht Millionen Bäume. Diese bilden die Lebensgrundlage für mehr als 100.000 palästinensische Familien. Die Erntezeit dauert von Oktober bis Anfang Dezember.
"Die Bedeutung der Olivenernte für Palästinenser ist mehr als nur wirtschaftlich, sie ist auch ein grundlegender Bestandteil der palästinensischen Kultur", heißt es in der Mitteilung der Armee. Deshalb sähen die israelischen Sicherheitskräfte in der Koordinierung der Ernte eine wichtige und empfindliche Aufgabe. Daran beteiligt ist auch die israelische Behörde für die Koordination von Regierungsaktivitäten in den Palästinensergebieten (COGAT)
Oberstleutnant Grischa Jakubovitsch, Leiter des Bereiches Infrastruktur bei COGAT, sagte: "Man muss verstehen, dass die Koordinierung nicht auf Sitzungen und die Aufstellung von Truppen vor Ort beschränkt ist. Dies ist eine komplexe Aufgabe, die eine Zusammenarbeit mit Gouverneuren und Vorsitzenden von örtlichen palästinensischen Behörden erfordert, bevor man die Parzellen auf einer Landkarte einträgt und die Zeitpläne für die tägliche Ernte erstellt. Patrouillen werden durchgeführt, bevor Palästinenser abgeschlossene Gebiete zum Ernten betreten und sie werden vorzeitig über Schäden an Bäumen informiert, wenn es solche gibt. All dies gehört zu den Aktivitäten, die wir für jedes Jahr vorbereiten. Es erfordert von unserer Seite eine riesige Mobilmachung."
Nach der Ernte werden die Erträge auf Lastwagen verladen und zu den Pressen für die Herstellung von Olivenöl gebracht. Auch dann ist das Militär präsent.
Lob von Palästinensern und dem Roten Kreuz
Die Palästinenser hätten die erfolgreiche Koordinierung während der Erntesaison gelobt, teilte die Armee mit - und zitierte einen palästinensischen Verbindungsbeamten: "Die Gegenwart der Truppen hat uns sehr geholfen, die Ernte ohne viele Zwischenfälle zu beenden."
Auch viele israelische Gemeinden in Judäa und Samaria können von einer guten Zusammenarbeit mit den Palästinensern berichten. Diese habe die allgemeinen Erwartungen übertroffen. "Die Landbesitzer haben in diesem Jahr ohne Unterbrechung geerntet", sagte ein Sicherheitsbeamter, der für mehrere Siedlungen in Samaria zuständig ist. "Unsere Fahrzeuge haben sogar geholfen, Säcke mit gepflückten Oliven ins Dorf zu bringen. Wir achten darauf, nicht ihre Existenzgrundlage und ihren Besitz anzutasten. In manchen Gegenden bauen wir sogar besondere Tore und bessere Straßen, um ihnen einen leichteren Zugang zum Dorf zu ermöglichen."
Auch in dieser Saison traten im Zusammenhang mit der Olivenernte Probleme auf, aber es gab 52 Prozent weniger Auseinandersetzungen als im Vorjahr. Dies führt das Militär auf die guten gemeinsamen Vorbereitungen zurück. Zudem ging die Zahl der palästinensischen Beschwerden über Störungen zurück.
Israelis und Palästinenser haben auch mit internationalen Instanzen zusammengearbeitet und dies als sehr nutzbringend empfunden. Ein Bericht des Roten Kreuzes in der Region um Nablus beschreibt die Anwesenheit der israelischen Armee als eindrucksvoll. Diese sei hilfreich gewesen gegen Gewalt durch israelische Bürger. Die Vorbereitungen der Bezirkskoordinierungsbüros mit den Palästinensern hätten sich als effektiv gewesen. Wie die Armee weiter mitteilte, haben alle relevanten Parteien die positiven Lehren aus der Erntezeit untersucht und wollen sie in der kommenden Saison weiter umsetzen.
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Historischer Friedensschluss in Nahost
von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, Donnerstag, 26. Januar 2012
In Tel Aviv ist am Donnerstag eine Jahrhundert alte Feindschaft mit einem "Friedensschluss" beigelegt worden. In den Büroräumen der Zeitung "Jakinton" trafen sich "Polen" und "Deutsche", in Israel "Jekkes" genannt. Das israelische Fernsehen berichtete am Donnerstag Abend über die denkwürdige Versöhnung. Der Reporter polnischer Abstammung, Jair Weinreb,
verspätete sich um eine halbe Stunde zu dem historischen Treffen. Vorhaltungen machten ihm aber nicht etwa die ewiglich pünktlichen Jekkes, sondern die polnische Teilnehmerin Deganit Salant: "Zu spät kommen ist einfach nicht in Ordnung."
Jedes Kind in Israel weiß, dass die Jekkes im Gegensatz zu den Polen ein Synonym für "Ordnung" sind. Micha Limor, stolzer Jekke und Journalist, erzählte der wohlgelaunten "gemischten" Runde, wie er in seinem guten deutschen Elternhaus erzogen worden ist: "Meine erste Erinnerung im Leben ist von meinem Vater, wie er sich über mein Bettchen beugte und sagte:
`Micha, hab keine Angst vor den Arabern, hab keine Angst vor den Franken (sephardische Juden), hüte dich allein vor den Polen."
Der ehemalige Tel Aviver Stadtrat, Mordechai Warschabsky, ebenfalls ein Jekke, erinnerte daran, wie sich die Polen in den Zeiten der Staatsgründung als "Herren des Landes" empfanden und aufführten. Schließlich waren die Polen vorher gekommen, darunter David Ben Gurion, der Staatsgründer, Schimon Peres und andere, während die "Deutschen" erst in den dreißiger Jahren einwanderten. "Die Polen errichteten die Infrastruktur, legten die Sümpfe trocken und hatten keine Geduld für die Professoren aus Deutschland", beschreibt Weinreb die Stimmung damals.
Die Jekkes wurden verspottet. Warschabsky erzählt vom "unfreundlichen Empfang" durch die alteingesessenen Polen: "Meine Mutter war stolz auf meinen Anzug, mit dem ich in der dritten Klasse zur Schule ging. Ich wurde ausgelacht. Bis zum Ende des Tages waren alle Knöpfe abgerissen." Übrigens wurden die Deutschen angeblich "Jekkes" genannt, weil sie trotz der Hitze immer Anzug und Jacke trugen. Ein Pole monierte: "Die Jekkes haben sich gegenüber der osteuropäischen Kultur für überlegen gehalten." Zum allgemeinen Gelächter erwiderte Micha Limor: "Aber selbstverständlich doch, das steht doch außer Frage."
Die Jekkes seien hochnäsig gewesen mit ihren Titeln, der klassischen Musik, ihrer Erziehung und dem Benehmen. Sogar auf das Essen der Polen hätten sie verächtlich herabgeschaut. "Ein polnischer ´gefilte Fisch´ ist doch nicht zu vergleichen mit Bratwurst und Kartoffelsalat", erklärte der Reporter und sprach die fremdländischen Speisenamen im Original aus. Die deutschen Juden konnten kein Jiddisch, jenes Mittelhochdeutsch der polnischen Juden und machten sich lustig über jene Sprache, die mit Worten wie Ganove, Schmiere stehen und Mischpoke auch Eingang ins Umgangsdeutsch fand.
Die "Versöhnung" zwischen den Polen und Deutschen in Israel sei erst in der zweiten und dritten Generation möglich geworden, stellten die Teilnehmer des Treffens nach einem belustigten Austausch weiterer Vorurteile und alter Gehässigkeiten fest. Die Feindschaft zwischen Polen und Jekkes ist zum Beispiel dank Efraim Kischon längst Teil israelischer Folklore geworden. Zahllose Witze bezeugen, dass beide die jeweils anderen für "Ostfriesen" hielten.
"Wir wurden diskriminiert", sagte Warschabsky. "Die Jekkes haben viele Mängel, aber der Jekke ist doch ein Weißer..." Denn während Polen und Jekkes nun ihre alten Feindseligkeiten beilegten, kamen auch aktuelle "Kulturkämpfe" in Israel zur Sprache, so etwa die rassistische Diskriminierung der Einwanderer aus Äthiopien. Der Reporter, der sich als "Pole" ausdrücklich um einen "ausgewogenen und neutralen Bericht zu dem Thema" bemüht habe, hätte eigentlich einen fotogenen Handschlag erwartet, wie zwischen Politikern beim Friedensschluss. Doch den habe es nicht gegeben. Weinreb kommentierte: "Wahrscheinlich erwarteten die Polen, dass die Jekkes als erste die Hand reichen sollten..." (C) Ulrich W. Sahm
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"Archäologischer Bezirk" im Aufbau
von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 1. Februar 2012
Die israelische Antikenbehörde hat die Errichtung eines "archäologischen Bezirks" in Jerusalem in Auftrag gegeben. Auf dem Jerusalemer Museumshügel zwischen dem Israel-Museum und dem Bibelland-Museum soll ein archäologischer Komplex auf 35.000 Quadratmetern entstehen. Nach Angaben der Antikenbehörde handle es sich um das größte Bauprojekt in Jerusalem in diesem Jahrzehnt. Der Komplex solle klimatisierte Labors für den Erhalt und die Restaurierung der rund 15.000 Dokumenten der Tote Meer Rollen beherbergen, eine Bibliothek zu dem Thema und eine Ausstellungsgallerie, die einen Einblick in die Restaurierungsarbeiten der 2000 Jahre alten Manuskripte bieten soll.
Das vom Architekten Mosche Safdie entworfene Gebäude soll zu einer nationalen Zentrale für das Sammeln, die Restaurierung und dem Studium jeglicher archäologischer Funde im Lande Israel dienen. Es werde die weltweit größte Zentrale zur Präsentation des archäologischen Erbes im Heiligen Land werden, und alle Kulturen des Landes umfassen. Das künftige "Heim für Archäologen aus aller Welt" werde "Dutzende Millionen Dollar" kosten, von 26 Spendern und dem Staat Israel finanziert.
Zur Vorbereitung des Baus wurde schon ein 34 Meter tiefes Loch in den Felsen ausgeschachtet. Bürokratische Hindernisse seien überwältigt, sodass jetzt mit dem Bau begonnen werden könne. (C) Ulrich W. Sahm
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Wie real ist ein israelischer Schlag gegen Iran?
von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 26. Januar 2012
Die Medien-Spekulationen über einen "unmittelbar" bevorstehenden israelischen Militärschlag gegen Iran treiben seit einem Jahrzehnt die seltsamsten Blüten. Langstreckenflüge der israelischen Luftwaffe bis Gibraltar, zusammen mit der deutschen Luftwaffe, galten ebenso als "untrügliche Zeichen" wie Auftanken in der Luft, was jedes NATO-Mitglied ebenso regelmäßig übt.
Zunächst die Fakten: Israel befürchtet das Schlimmste, falls Iran eine Atombombe und die notwendigen Trägersysteme (Raketen) besitzt, um das "zionistische Regime von der Weltkarte zu löschen". Die Kombination ideologisch motivierter Absicht, Israel zu vernichten, und praktischer Versuche, die ultimative Waffe zu erlangen, bestimmten Israels diplomatische Bemühungen, die internationale Gemeinschaft zum Eingreifen aufzufordern. Indem israelische Politiker das Thema bei jeder Gelegenheit und Kontakten mit dem Ausland auf die Tagesordnung setzten, war klar, dass Israel nie glaubte, die von Iran ausgehende Gefahr alleine meistern zu können. Die Amerikaner haben schon vor über zehn Jahren Israels Befürchtungen verstanden. Die Europäer reagierten darauf mit großer Verspätung, unter anderem nach "Drohungen" des amerikanischen Vizepräsidenten Dick Cheney, die "unberechenbaren" Israelis nicht zügeln zu können. So entstand der Eindruck, als ob nicht der Iran eine Bedrohung für den Weltfrieden darstellt, sondern eher Israels Reaktion darauf. Teilweise wird bis heute Israels vermeintliches Säbelrasseln für bare Münze gehalten, während Irans Drohungen als "Rhetorik" abgetan und dessen Atomprogramm bestritten oder verniedlicht werden. Das änderte sich spürbar erst mit dem Weggang von Muhammad Baradei von der Spitze der Wiener Atombehörde IAEI.
Tatsache ist, dass Iran die Lehre aus der israelischen Zerstörung des irakischen Reaktors Osirak 1981 bei Bagdad gezogen hat. Teheran verteilte seine Atomanlagen über das ganze Land, teilweise in unzerstörbare unterirdische Bunker und an geheime Orte. Wie der geheime mit der Beobachtung Irans beauftragte Offizier der israelischen Armee in einem Interview mit diesem Korrespondenten verriet, gebe es keine Gewissheit, alle relevanten iranischen Atomanlagen auf einen Schlag zerstören zu können. Ein unvollständiger Schlag könne Iran animieren, an geheimen Orten die Produktion einer Atombombe zu forcieren.
Ob Israel tatsächlich einen wirksamen Militärschlag durchführen kann, ist allein wegen der Geografie mehr als fraglich. Israelische Kampfflugzeuge müssten die Türkei, Syrien, Jordanien, Irak oder Saudi Arabien überfliegen, also feindliche Flugzonen. Wegen der Entfernungen und der zahlreichen Ziele im Iran müssten sehr viele Kampfflugzeuge eingesetzt und im Fluge aufgetankt werden, um heil wieder zurück zu kehren. Hinzu kommen politische Bedenken wie amerikanischer Widerspruch oder Reaktionen arabischer "Freunde" des Irans, etwa der mit 10.000 Raketen aufgerüsteten Hisbollah im Libanon. Wie realistisch ein israelischer Schlag ist, können deshalb wohl nur die israelischen Verantwortlichen selber beurteilen.
Andererseits droht der Iran mit einer Schließung der Straße von Hormus, also jener Meerenge, durch die ein erheblicher Teil des Weltbedarfs an Erdöl nach Japan, Europa, Australien und in andere Länder per Tanker transportiert wird. Aus gutem Grund haben die Amerikaner drei Flugzeugträger in Richtung Persischem Golf gelenkt. Auf jenen Flugzeugträgern sind die gleichen Kampfflugzeuge mit identischen bunkerbrechenden Bomben und vielleicht gar Atombomben stationiert, über die auch Israel verfügt.
In israelischen Medien läuft tatsächlich seit Wochen eine Debatte über einen möglichen Militärschlag gegen Iran. Ex-Generale und Ex-Geheimdienstchefs melden sich zu Wort und warnen vor verheerenden Folgen für die "Stabilität" des ohnehin instabilen Nahen Osten.
Ein Kommentator bemerkte, dass sich bisher nur Gegner eines israelischen Militärschlags zu Wort gemeldet hätten, aber noch kein Befürworter. Die verantwortlichen Politiker schweigen, zumal ein "Überraschungsschlag" nur selten vorher öffentlich diskutiert wird.
Das offizielle Israel befürwortet scharfe Sanktionen gegen Iran, wie sie jetzt beschlossen worden sind. Es forderte von den USA und der EU diplomatische Schritte, um den Iran von seinem Atomprogramm abzubringen. Militärische Drohungen wurden nur mit der ominösen Formel ausgesprochen, wie man sie auch in Washington und Paris hören kann: "Alle Optionen liegen auf dem Tisch".
Grundsätzlich nimmt Israel wegen schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit die Auslöschungsdrohungen des Iran sehr ernst. Die sechs Millionen Juden Israels wollen keinen zweiten Holocaust hinnehmen.
Deshalb hat Israel zusammen mit den USA für viele Milliarden Dollar die Arrow-Abwehrrakete gegen feindliche ballistische Raketen entwickelt. So ist Israel heute gegen feindliche Raketenangriffe besser geschützt als jedes andere Land der Welt, als Europa, die arabischen Staaten oder amerikanische Stützpunkte in der Region. Denn Patriotraketen, die in Polen und anderswo zum Schutz gegen eine mögliche iranische Bedrohung aufgestellt werden wollten, haben sich während des Golfkriegs von 1991 gegen irakische Scudraketen als unzuverlässig erwiesen. Im Falle einer anfliegenden Rakete mit atomarem Sprengkopf kann und will sich jedoch niemand einen Fehltreffer leisten. Das winzige Israel schon gar nicht.
Tatsache ist freilich auch, dass arabische Länder, darunter Saudi Arabien, die Golfstaaten und Ägypten aufrüsten, aus Angst vor Iran als atomarer Hegemonialmacht. Ebenso fällt auf, dass die USA in jüngster Zeit mit ihren Flugzeugträgern militärisch aktiv geworden sind. Es ist deshalb kaum anzunehmen, dass Israel einen logistisch schwierigen und politisch problematischen Alleingang wagen würde, solange mit Sanktionen und arabischer Aufrüstung alles versucht wird, den Iran umzustimmen. (C) Ulrich W. Sahm
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Ha'aretz, Donnerstag, 2. Februar 2012
Israel Mitglied im UN-Entwicklungsprogramm
Israel ist am Donnerstag offiziell als Mitglied in das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) aufgenommen worden. Haim Waxman, stellvertretender Botschafter Israels bei den UN sprach gestern bei der Eröffnung der Sitzung des Exekutivrats des Programmes. In seiner Rede erklärte er: "Dieser Prozess bedeutet für Israel einen weiteren Aufstieg in die Einbindung in die internationale Agenda, über den arabisch-israelischen Konflikt hinaus."
Waxman fügte hinzu, die Aufnahme sei Ausdruck des "Wandels, den wir von einem Entwicklungsland zu einem entwickelten Land durchgemacht haben". 177 Staaten sind Mitglied in der Organisation, Israel ist als Vertretung der "Gruppe europäischer und anderer Staaten" eines von 36 Mitgliedern des Exekutivrates.
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ISRAELNETZ, Donnerstag, 26. Januar 2012
Von Elisabeth Hausen
Ashton: Unterstützung für UNRWA
GAZA / JERUSALEM (inn) - Die Europäische Union unterstützt das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) mit 55,4 Millionen Euro. Ein entsprechendes Abkommen unterzeichneten die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Catherine Ashton, und UNRWA-Generalkommissar Filippo Grandi am Mittwoch im Gazastreifen.
Während der Unterzeichnungszeremonie im Trainingszentrum von Gaza sagte Ashton laut einer Mitteilung der Europäischen Union: "Die fortgesetzte Unterstützung der EU für die UNRWA ist ein grundlegendes Element der EU-Strategie, Frieden und Stabilität in die Region zu bringen. Der Beitrag von 55,4 Millionen Euro, über den wir heute unterzeichnen, zeigt unsere fortwährende Verpflichtung gegenüber den Palästina-Flüchtlingen." Sie würdigte die "wichtige Arbeit, die die UNRWA für die Bevölkerung von Gaza tut".
Grandi entgegnete: "Ich möchte gerne, dass die EU-Bürger wissen, dass dank ihrer Großzügigkeit Flüchtlingskinder zur Schule gehen werden, die Gesundheit von Familien und Gemeinden verbessert wird und viele der verletzlichsten Palästinenser weniger arm sein werden. Der konkrete, beträchtliche Einfluss dieses Beitrages ist noch wichtiger, weil er zu einer Zeit geschieht, zu der in der Region Millionen von Menschen ihren Ruf nach einem besseren Leben und mehr Möglichkeiten hören lassen."
Ashton traf in dem Trainingszentrum auch Jugendleiter. Zudem sprach sie beim Verein für gehörlose Kinder, "Atfaluna", mit führenden Vertretern der Geschäftswelt und der Zivilgesellschaft. Der Verein in Gaza wird von der EU finanziell unterstützt.
Wie die palästinensische Nachrichtenagentur "Ma´an" meldet, forderte Ashton Israelis und Palästinenser auf, ihre direkten Gesprächen wiederaufzunehmen. "Ich bin hier, um darauf zu dringen, dass daraus jetzt echte Verhandlungen werden, wobei die Bedürfnisse vor allem der Palästinenser verstanden werden", sagte sie mit Bezug auf das israelisch-palästinensische Treffen in Jordanien.
Die Europäische Union ist der größte Anbieter internationaler Hilfe für palästinensische Flüchtlinge. Nach eigenen Angaben hat sie von 2000 bis 2011 die UNRWA mit insgesamt 1,2 Milliarden Euro unterstützt - einmal abgesehen von den zusätzlichen Beiträgen einzelner Mitgliedstaaten.
Gespräch mit Peres
In Jerusalem war Ashton zuvor mit dem israelischen Präsidenten Schimon Peres zusammengekommen. Bei dem Gespräch äußerte sich das Staatsoberhaupt positiv zu den europäischen Sanktionen gegen den Iran: "Ich möchte unsere Wertschätzung für die jüngsten Resolutionen bekunden, die die EU verabschiedet hat. Mir ist bewusst, dass Sie diesen Prozess angeführt haben. Ich hoffe, dass er wirklich Frucht tragen wird. Alles, was früh und friedlich getan werden kann, ist besser als später und gefährlich."
Einer Mitteilung des israelischen Außenministeriums zufolge fügte Peres hinzu: "Wir sind sehr ermutigt durch diesen Schritt und ich habe große Hochachtung vor dieser Errungenschaft. Aber sie löst das Problem nicht. Weil wir soviel über die nukleare Seite dieser Angelegenheit sprechen, vergessen wir natürlich, dass der Iran das unrechtmäßigste Terrorzentrum in der Welt ist. Wir bekommen es durch die Hamas zu spüren; der Iran schmuggelt Waffen und Kampfmittel, die Israel gefährden können und schickt sie ihr. Der Iran finanziert die Hamas und spaltet das palästinensische Volk. Dasselbe gilt für die Hisbollah im Libanon." Doch ohne diese andere Seite zu vergessen, "müssen wir den Schritt wertschätzen, den Sie unter diesen wirklich komplizierten Umständen ergriffen haben".
Ashton bezeichnete die Entscheidung der EU als klares Signal an den Iran, dass eine Rückkehr an den Verhandlungstisch erwünscht sei. Obwohl der Staatenbund verpflichtet sei, Druck auszuüben, ziehe er eine möglichst friedliche Lösung vor. "Es ist mein Ziel und ich sende diese Botschaft an die iranische Regierung, wo immer ich hingehe - ich bin bereit, jene Verhandlungen wiederaufzunehmen, sobald sie bereit sind, zu zeigen, dass es ihnen damit ernst ist." Die EU-Gesandte kam auch mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und Außenminister Avigdor Lieberman zusammen. Beide Politiker schlossen sich dem Lob des Staatspräsidenten für die geplanten Sanktionen an.
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ISRAELMAGAZIN, Sonntag, 5. Februar 2012
Kabinett billigt Eisenbahnlinie von Tel Aviv nach Eilat
JERUSALEM (im) – Das israelische Kabinett hat am Sonntag den Bau der 350 Kilometer langen Eisenbahntrasse von Tel Aviv nach Eilat genehmigt. Der Fertigstellungstermin ist in fünf Jahren geplant. Dann soll die Fahrtzeit zwischen den beiden Städten auf zwei Stunden reduziert sein, so der Sprecher des Premierministers Benjamin Netanyahu. Auf dieser Strecke sollen sowohl Personen- als auch Güterzüge verkehren.
Zur Finanzierung des Großprojektes stehen drei Varianten zur Diskussion: Erstens durch eine wirtschaftliche und strategische Allianz mit anderen Ländern, durch Zusammenarbeit mit einem oder mehrerer privater Investoren oder als dritte Lösung über den normalen Staatshaushalt.
Netanyahu sagte, dass sich in den kommenden zehn Jahren neue Mächte in Israel entwickeln würden und die Regierung aus strategischer Sicht im Interesse des Staates handeln muss. Was er damit meinte, deutet der Premierminister an: “Wir sind in der Lage eine Alternative zum Suezkanal zu errichten. Diese führt über Land (Anm. der Red.: vom Mittelmeer zum Roten Meer) und wird im Interesse der Großmächte sein.” Die neue Eisenbahnlinie werde das Gesicht des Landes verändern. Seit 63 Jahren würden Gespräche über diese alternative Verbindung geführt, doch bislang gebe es keine Ergebnisse. Diese Strecke und die Erdgasfunde im Mittelmeer könnte starke Verbindungen auf dem wirtschaftlichen, industriellen und Energiesektor schaffen, so Netanyahu erläuternd.